Steueranreize schaffen Investitionen
Ein aktuelles Gutachten der Prognos AG im Auftrag der Branchenvertretung RTG (Repräsentanz Transparente Gebäudehülle) zeigt: Steuerliche Vorteile für selbstgenutztes Wohneigentum können ein wirkungsvolles Element einer integrierten Wohnungs- und Baupolitik sein.
Steueranreize fürs Bauen verbinden wohnungs- und wirtschaftspolitische Ziele und tragen zur Stabilisierung der Konjunktur und der heimischen Bauwirtschaft bei, heißt es in der Studie. Besonders interessant: Die zusätzliche Bauaktivität führe zu staatlichen Einnahmen, sodass die Förderung die öffentlichen Haushalte praktisch nicht belaste, teilweise sogar ein Plus erwirtschafte.
Konkrete Förderinstrumente untersucht
Foto: Grafiken: © Repräsentanz Transparente GebäudehülleVor dem Hintergrund der nach wie vor zu geringen Bautätigkeit, gestiegener Baukosten und -zinsen sowie einer angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt, hat Prognos konkrete steuerliche Förderinstrumente untersucht, die sich bereits im Koalitionsvertrag und in Parteibeschlüssen finden. Berechnet wurden die fiskalischen Effekte, Entwicklung von Wohnraum und Eigentum, ausgelöste Investitionen und Arbeitsmarkteffekte. Die untersuchten steuerlichen Anreize im Einzelnen:
- Steuerermäßigung in Höhe von 7,5 Prozent der Kosten für Neubau- oder Bestandserwerb von selbstgenutztem Wohnraum, verteilt über acht Jahre, plus Kinderbonus
- Steuerermäßigung in Höhe von jährlich 40 Prozent der Darlehenszinsen (Kauf/Bau von selbstgenutztem Wohnraum), Laufzeit fünf Jahre, plus Kinderbonus
- Sonderausgabenabzug in Höhe von 5 Prozent der Baukosten über vier Jahre (analog Sonder-AfA) für Neubau von selbstgenutztem Wohneigentum nach EH55Plus-Standard
Die Ergebnisse zeigen: Alle drei Maßnahmen setzen spürbare Investitionsimpulse – bei zugleich beachtlichen Rückflüssen an den Staat. Je nach Ausgestaltung lösen die Instrumente jährlich zusätzliche Investitionen zwischen rund sechs und 40 Milliarden Euro aus. Damit verbunden sind Produktionsimpulse von bis zu 76 Milliarden Euro pro Jahr sowie die Sicherung beziehungsweise Schaffung von bis zu 324.000 Vollzeitäquivalenten jährlich.
Schub für den Wohnungsbau
Foto: © Repräsentanz Transparente GebäudehülleAuch wohnungspolitisch sind die Effekte substanziell: Bis zu 240.000 zusätzliche Wohneinheiten können geschaffen werden, bis zu 720.000 Haushalte erhalten zusätzlich Zugang zu Wohneigentum. Gerade Familien profitieren laut der Studie von den vorgeschlagenen Modellen durch gezielte Kinderboni und gestaffelte Förderobergrenzen.
Zudem zeigen die fiskalischen Effekte deutliche Rückflüsse an den Staat: Zwar entstünden durch die steuerlichen Anreize zunächst Steuermindereinnahmen. Gleichzeitig generierten die angestoßenen Investitionen aber auch erhebliche zusätzliche Einnahmen aus Einkommensteuer, Mehrwertsteuer und Unternehmensbesteuerung sowie Minderausgaben in der Sozialversicherung.
Praktisch kostenneutral sei die Steuerermäßigung in Höhe von 7,5 Prozent der Kosten für Neubau- oder Bestandserwerb: Bei ausreichender Inanspruchnahme koste sie über die Laufzeit 72,6 Milliarden Euro bei Einnahmen von 71,8 Milliarden Euro. In den Jahren 2027 bis 2030 verzeichnen die öffentlichen Haushalte nach Einschätzung der Autoren sogar ein Plus von 35 Milliarden Euro.
Förderszenarien im Vergleich: Besonders erfolgversprechend ist der Sonderausgabenabzug in Höhe von fünf Prozent der Baukosten über vier Jahre. Foto: Grafiken: © Repräsentanz Transparente GebäudehülleBesonders effizient zeigt sich die dritte untersuchte Maßnahme, der Sonderausgabenabzug in Höhe von fünf Prozent der Baukosten über vier Jahre: Über die komplette Laufzeit stünden staatlichen Kosten von acht Milliarden Euro staatliche Einnahmen in Höhe von 14 Milliarden Euro gegenüber. Bis 2030 schlage ein Plus von neun Milliarden Euro zu Buche.
Verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend
Die Studie betont zugleich: Entscheidend für den Erfolg steuerlicher Förderinstrumente sind verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen. Förderprogramme sollten haushaltspolitisch abgesichert, konsistent ausgestaltet und eng mit regulatorischen Entwicklungen – etwa im Gebäudeenergiegesetz oder im Rahmen der EU-Gebäuderichtlinie – verzahnt werden.
Weitere Informationen: https://transparente-gebaeudehuelle.de/Hintergrund
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