Marktentwicklung Wärmedämmverbundsysteme in Österreich. Herstellerumsatz in Millionen Euro.

Marktentwicklung Wärmedämmverbundsysteme in Österreich. Herstellerumsatz in Millionen Euro. (Foto: © Branchenradar.com Marktanalyse)

WDVS-Markt spürt Boden unter den Füßen

FASSADE - Aktuell

April 2026

Der österreichische Markt für Fassadendämmungen konsolidierte sich im Jahr 2025 leicht über Vorjahresniveau.

WDVS mit Mineralwolldämmung wuchsen signifikant, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie des Marktforschungsinstituts Branchenradar.com Marktanalyse.

Der Markt für Fassadendämmungen dürfte im Vorjahr die Talsohle der zuletzt negativen Entwicklung erreicht haben. Laut aktuellem Branchenradar Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) in Österreich erhöhte sich im Jahr 2025 der Herstellerumsatz mit Fassadenprodukten für den Vollwärmeschutz um 0,8 Prozent gegenüber Vorjahr auf 228,1 Millionen Euro.

Für Wachstum sorgten allerdings nur nicht-zertifizierte Systeme. Der Umsatz mit zertifizierten WDVS lag mit 165,1 Millionen Euro um 0,7 Prozent hinter Vorjahr.

Variabel allfällige Preisangebote

Bei nicht-zertifizierten Systemen werden die Einzelkomponenten (Dämmung, Klebespachtel, Armierungsgewebe, Befestigungen und Putze) frei zusammengestellt.

"Das ermöglicht variabel allfällige Preisangebote in Anspruch zu nehmen. Im Jahr 2025 waren nicht-zertifizierte WDVS im Schnitt um 30 Prozent günstiger als aufeinander abgestimmte, zertifizierte Fassadenkomponenten (Materialkosten)", erläutert Studienautorin Veronika Beitel.

Das Preisargument war offenbar so stark, dass mancherorts auch allfällige Reklamationen und rechtliche Probleme in Kauf genommen wurden. "Vor allem bei der Fassadensanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern (EZFH) schaute man nicht ganz so genau hin", so Beitel weiter.

Abtausch mit Vollwärmeschutz

Am Markt für zertifizierte Systeme standen im Jahr 2025 schaumstoffgedämmte Ausführungen noch etwas unter Druck. Der Umsatz sank moderat um zwei Prozent gegenüber Vorjahr. Einen signifikanten Zuwachs um 4,2 Prozent gegenüber Vorjahr gab es hingegen bei WDVS mit Mineralwolldämmung.

Dabei handelte es sich im Wesentlichen um einen Abtausch mit Vollwärmeschutz, dessen Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen besteht und deren technische Nachteile in der Praxis immer deutlicher zu Tage treten (Algen- und Pilzbefall, hohe Verarbeitungsanforderungen, Feuchteempfindlichkeit, geringere Dämmleistung usw.).


Weitere Informationen: branchenradar.com