Zukunftsszenario Post Anthropozän.

Zukunftsszenario Post Anthropozän. (Foto: © Arup)

Arup skizziert Zukunftsszenarien für 2050

FASSADE - Aktuell

Dezember 2019

Es ist möglich, dass die Menschen mit den planetaren Ressourcen erfolgreich haushalten und wirksame Maßnahmen gegen den fortschreitenden Klimawandel und soziale Ungerechtigkeiten ergreifen.

Dies geht aus einem der vier Zukunftsszenarien für unseren Planeten hervor, die das internationale Planungs- und Beratungsbüro Arup in einer neuen Studie veröffentlicht hat.

Laut aktuellen Prognosen wird die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 um weitere zwei Milliarden Menschen von 7,7 Milliarden auf 9,7 Milliarden anwachsen. Vor diesem Hintergrund skizziert Arup unter dem Titel "2050 Scenarios: Four Plausible Futures" vier unterschiedliche Perspektiven der langfristigen ökologischen und gesellschaftlichen Entwicklung.

Vier Zukunftsszenarien

Die vier Szenarien Humans Inc., Extinction Express, Greentocracy und Post-Anthropozän beschreiben mögliche Zukunftsszenarien, die von der existenziellen Krise der Menschheit und des Planeten bis hin zum erfolgreichen Wandel zu einer ökosozial gerechten Welt reichen.

• Im Zukunftsszenario Human Inc. kann dem Klimawandel nicht wirksam begegnet werden und die Erderwärmung schreitet weiter voran. Die Menschen kämpfen mit Hilfe von global koordinierten Maßnahmen ums Überleben. Immer gravierender werdende Wetterereignisse wirken sich nachteilig auf die Städte und Ökosysteme aus, doch dank des technologischen Fortschritts konnte die Armut reduziert, die Bildung verbessert und die Anzahl der Arbeitsplätze gesichert werden.

Extinction Express beschreibt den dramatischen Zusammenbruch unseres Ökosystems und unserer Gesellschaft bei einem weltweiten Temperaturanstieg von weit mehr als 2 Grad Celsius. Die langzeitige Untätigkeit unserer Gesellschaft und die kontinuierliche Ausbeutung unserer ökologischen Ressourcen führten zur Gründung von Kolonien auf dem Mond und unter Wasser.

• Beim Zukunftsszenario Greentocracy erholt sich das Ökosystem unseres Planeten, wofür massive Einschränkungen im gesellschaftlichen Leben notwendig sind. Die Lebensbedingungen haben sich stark verschlechtert, Konflikt- und autoritäre Regime herrschen vor. Der globale Temperaturanstieg bleibt aufgrund von Klimaschutzmaßnahmen und der Förderung der Biodiversität bei unter 1,5 Grad Celsius.

• Im Post-Anthropozän leben die Menschen in Harmonie mit der Natur. Einschneidende Folgen des Klimawandels wie beispielsweise das Schmelzen von 15 Prozent des arktischen Meereises katalysieren die globale Zusammenarbeit für Klimaschutzmaßnahmen und helfen dabei, den globalen Temperaturanstieg unter 1,5 Grad Celsius zu halten. Die Gesellschaft verbraucht nur noch so viele Ressourcen, wie unser Ökosystem regenerieren kann. Für jeden Menschen wird eine Kohlendioxidquote festgelegt.

Grundlage für Entscheidungen

"Zukunftsszenarien sind Werkzeuge, um das Undenkbare zu denken", erklärt Dr. Gereon Uerz, Leiter Foresight Europa bei Arup. "Als bildliche Darstellungen sollen sie dabei helfen zu verstehen, in welche Richtung die Menschen sich bewegen müssen, um die gewünschte Zukunft Realität werden zu lassen. Wir möchten mit den von uns erarbeiteten Szenarien einen Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion über die Frage "wie wollen wir in der Zukunft leben?" leisten, denn wir sind davon überzeugt, dass es nicht genügt, sich auf die Zukunft vorzubereiten - wir müssen sie aktiv mitgestalten."

Die Studie "2050 Scenarios: Four Plausible Futures" soll als Grundlage für Entscheidungen zur Planung und zur Gestaltung unserer gebauten Umwelt dienen. Die einzelnen Szenarien wurden auf Basis detaillierter Trendforschungen und Prognosen von Think Tanks, Regierungen, NGOs und Forschungseinrichtungen sowie der Auswertung statistischer Daten entwickelt.

Entwicklung positiv beeinflussen

Sie zeigen, wie mögliche Fortschritte bei der Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN SDGs) unsere Ökosysteme und unsere gesellschaftliche Entwicklung positiv beeinflussen können.

"Bei der nachhaltigen Entwicklung der gebauten Umwelt geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der wachsenden Weltbevölkerung und den ökologischen Grenzen unseres Planeten herzustellen," erläutert Jo da Silva, Leiterin für Global Sustainable Development bei Arup.

"Als Planer und Berater haben wir dafür Sorge zu tragen, dass sich heute getroffene Entscheidungen positiv auf unsere Zukunft auswirken. In unserem gemeinsamen Streben nach einer sicheren, resilienten und ressourceneffizienten Welt müssen wir jetzt handeln."

Die Studie "2050 Scenarios: Four Plausible Futures" kann hier heruntergeladen werden.

www.driversofchange.com
www.arup.com

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