Andreas Kraler: "Klares Ziel ist, den Umsatz wieder auf das Niveau der Jahre 2022 und 2023 zu bringen."

Andreas Kraler: "Klares Ziel ist, den Umsatz wieder auf das Niveau der Jahre 2022 und 2023 zu bringen." (Foto: © Hella)

Umstellung auf Fließfertigung für neues Wachstum in 2026

Österreichs Marktführer für Sonnen-, Licht- und Wetterschutzsysteme Hella blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2025 zurück.

Hellas Jahresumsatz von rund 173 Millionen Euro ist Ergebnis von tiefgreifenden strategischen Entscheidungen, die zu Konsolidierungen in Marktbearbeitung und der internationalen Vertriebsstrategie geführt haben. Mit Investitionen in neue Produkte, Nachhaltigkeit und die Optimierung der Produktionsstandorte stellt Hella die Weichen für neues Wachstum.  Das vergangene Jahr war für die Baubranche und ihre Zulieferer geprägt von einem verhaltenen Marktumfeld, welches nach zwei Jahren in der Talsohle erst langsam wieder Schwung aufnimmt. Für Hella war die Umsatzentwicklung jedoch auch das Ergebnis tiefgreifender unternehmerischer Entscheidungen. Im Rahmen einer Material- und Sortimentsfokussierung wurde die Produktion von Produkten für Kundensegmente mit geringen Margen beendet. 

Ein Meilenstein in der operativen Optimierung ist die Umstellung auf Fließfertigung am deutschen Standort Werne ab April 2026. Foto: © HellaEin Meilenstein in der operativen Optimierung ist die Umstellung auf Fließfertigung am deutschen Standort Werne ab April 2026. Foto: © Hella

Der inzwischen eingestellte Betrieb am Produktionsstandort Duisburg hat im Jahr 2024 noch rund 20 Millionen Euro zum Gesamtumsatz beigetragen. Dieser Teilbereich bestand aus Systemwaren, Komponenten und Aufsatzkästen, welche an die internationale Kunststoff-Fensterindustrie geliefert wurden. "Die Entscheidungen 2025 waren alternativlos und eine logische Konsequenz unserer strategischen Organisationsentwicklung. Der niedrigste Umsatz der jüngeren Unternehmensgeschichte muss in Kauf genommen werden, um neues Wachstum zu ermöglichen", so Andreas Kraler, geschäftsführender Gesellschafter der Hella Gruppe. Die Kompensation durch andere Vertriebskanäle, Zielgruppen und Produkte ist angelaufen, schlägt sich jedoch noch nicht in vollem Umfang in den aktuellen Zahlen nieder. Das Geschäftsjahr 2025 fungierte als notwendiges Übergangsjahr der Konsolidierung. 

Schwerpunkt mit neuem Outdoor Living Produkt 

Trotz der aktuellen Marktlage setzt Hella auf Investitionen in Produktion und Infrastruktur. Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist die Fokussierung auf den Wachstumsmarkt Outdoor Living. Marktprognosen stützen diesen Kurs: Während die Baubranche weiterhin vor Herausforderungen steht, wird für den Bereich des zusätzlichen Wohnraums im Freien eine Steigerung zwischen vier und 13 Prozent (Studie IMARC und MarketGrowthReports) prognostiziert. Hella positioniert sich als Premiumhersteller gezielt in diesem Wachstumssegment. Als Innovationstreiber fungiert hierbei eine neue Generation eines Lamellendachs, das im April auf einem Launch-Event in Stuttgart erstmalig präsentiert wurde. Die modulare Lösung setzt auf Langlebigkeit sowie Reparaturfreundlichkeit und bietet zusätzliche Funktionalitäten wie integrierte Glas- oder Photovoltaik-Elemente.

Effizienzsprung durch Fließfertigung 

Ein Meilenstein in der operativen Optimierung ist aktuell die Umstellung auf Fließfertigung am deutschen Standort Werne. Durch diese Art der industriellen Produktionsweise werden Durchlaufzeiten massiv reduziert und kürzere Einarbeitungszeiten für neue Mitarbeitende sichergestellt. Die Basis dafür wurde bereits im Dezember 2025 durch die Anmietung zusätzlicher Fertigungshallen geschaffen. Die Produktions- und Logistikfläche wurde dabei um knapp 35 Prozent erweitert und es wurde rund eine Million Euro investiert. Der Umbau bei laufendem Betrieb sicherte nicht nur zusätzliche Kapazitäten für Terrassendächer und Senkrecht- Markisen, sondern ermöglicht durch eine optimierte logistische Anbindung auch eine deutlich beschleunigte Auslieferung. 

Nachhaltigkeit als ökonomischer Hebel 

Das Unternehmen verfolgt das Ziel, den eigenen ökologischen Fußabdruck weiter zu minimieren – die Konzernzentrale in Abfaltersbach produziert bereits heute mehr Energie, als sie verbraucht. Foto: © HellaDas Unternehmen verfolgt das Ziel, den eigenen ökologischen Fußabdruck weiter zu minimieren – die Konzernzentrale in Abfaltersbach produziert bereits heute mehr Energie, als sie verbraucht. Foto: © Hella

Hella verfolgt das Ziel, den eigenen ökologischen Fußabdruck weiter zu minimieren. So produziert die Konzernzentrale in Österreich im Osttiroler Abfaltersbach bereits heute mehr Energie, als sie verbraucht. Damit der Hauptstandort mehrheitlich energieautark bleibt, realisiert Hella 2026 weitere Investitionen in die Energieinfrastruktur. Dazu kommen Investitionen am deutschen Standort Geislingen. Dort investiert der Sonnenschutzspezialist rund 1,5 Millionen Euro in eine Dachsanierung und in Energieeffizienz. Mit einer neuen Photovoltaik-Anlage wird der Standort künftig mehr als ein Drittel seines eigenen Energiebedarfs decken können. Das am Standort der Konzernzentrale definierte Energiekonzept "Energie sparen, erzeugen und speichern" wird vom Unternehmen laufend auf weitere Standorte ausgerollt. Mit den jüngsten Maßnahmen bekräftigt Hella dieses Versprechen und setzt dessen Umsetzung konsequent fort.

Basis für neues Wachstum 

Durch die Kombination aus Produktinnovationen, Kapazitätserweiterungen und Energieoptimierung verfolgt Hella das klare Ziel, innerhalb der nächsten zwei Jahre die Umsatzmarke von 200 Millionen Euro wieder zu überschreiten. Andreas Kraler: "Das klare Ziel, wieder auf das Umsatzniveau unserer stärksten Jahre 2022 und 2023 zu kommen, ist gesetzt. Neues Wachstum gilt als Voraussetzung, um die Unternehmensstrukturen langfristig zu erhalten und weiterhin eine führende Rolle bei Innovationen und Marktanteilen im internationalen Wettbewerb zu spielen." 

 

Hintergrund: Hella Hier gibt es den Internetauftritt von Hella.

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