Über 700 Teilnehmende aus 32 Ländern kamen zum Weltkongress Gebäudegrün nach Berlin. Neben den zahlreichen Fachreferaten boten auch die begleitende Ausstellung und Exkursionen reichlich input und Möglichkeiten zum Austausch.

Über 700 Teilnehmende aus 32 Ländern kamen zum Weltkongress Gebäudegrün nach Berlin. Neben den zahlreichen Fachreferaten boten auch die begleitende Ausstellung und Exkursionen reichlich input und Möglichkeiten zum Austausch. (Foto: © Bundesverband GebäudeGrün e.V.)

Weltkongress Gebäudegrün bringt Fachwelt zusammen

FASSADE - Aktuell

August 2026

Begrünte Städte müssen eine Selbstverständlichkeit werden. Diese Forderung zog sich wie ein roter Faden durch den Weltkongress Gebäudegrün, der in Berlin stattfand.

Begrünte Städte müssen eine Selbstverständlichkeit werden. Diese Forderung zog sich wie ein roter Faden durch den Weltkongress Gebäudegrün, der vom 9. bis 11. Juni in Berlin stattfand. Die über 700 Teilnehmenden aus 32 Ländern waren sich einig: Pflanzen auf Dächern, an Fassaden und in Innenräumen zählen zu den effektivsten Klimaanpassungsmaßnahmen und müssen noch viel stärker in den Fokus rücken.

Der Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) setzte mit seiner internationalen Veranstaltung dafür ein starkes Zeichen. BuGG-Präsident Dr. Gunter Mann und Paulo Palha, Präsident des Europäischen Fachverbands Bauwerksbegrünung (EFB), riefen auf dem Kongress zum intensiven Austausch auf.

Mann betonte: "Der Weltkongress bietet eine wichtige Plattform zur Kommunikation über wissenschaftliche und technische Lösungen zur Klimaanpassung unserer Städte." Palha erklärte: "Für die Zukunft werden Austausch und intensive Zusammenarbeit entscheidend sein, um die Städte schnellstmöglich widerstandsfähiger zu machen." 

Politik als Weichensteller besonders in der Pflicht

Thomas Banzhaf, Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), sieht die Lösung in der Gebäudebegrünung: "Fassaden aus Stein und Glas sowie die endlosen Dachflächen sind kostbar und sollten als neue grüne Landschaften gedacht werden. Das Potenzial dieser Flächen ist gewaltig." Die Politik sieht er als Weichensteller besonders in der Pflicht. Der BGL-Präsident appellierte: "Unser Land braucht viel mehr Tempo bei der Begrünung der Städte."

"Gebäudebegrünung ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit", konstatierte Ute Bonde, Berliner Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und Schirmherrin des Kongresses.

Auch die Parlamentarische Staatssekretärin Bettina Hagedorn, deren Bundesumweltministerium ebenfalls die Schirmherrschaft des Kongresses übernahm, sieht die große Bedeutung der Begrünung von Dächern, Fassaden und Innenräumen: "Gebäudegrün ist beliebt und längst kein Nischenthema mehr. Es gehört zur modernen Daseinsvorsorge. Der BuGG leistet seit Jahren entscheidende Pionierarbeit." Die Städte stünden unter Druck und gerade der Gebäudebestand biete großes Potenzial für die Begrünung.

90 Referierende aus 24 Ländern

Dass die Branche umtriebig ist, zeigte sich in den zahlreichen Vorträgen. 90 Referierende aus 24 Ländern gaben einen umfassenden Einblick in Forschung und praktische Umsetzung. 53 Unternehmen, Verbände und Organisationen boten in der begleitenden Fachausstellung einen umfassenden Überblick über die verschiedene Produkt- und Systemlösungen sowie Dienstleistungen der Branche.

Ergänzend dazu gab es eine Posterausstellung mit 63 Beiträgen aus sieben Ländern. Am dritten Tagi des Weltkongresses fanden Exkursionen mit fachkundiger Begleitung zu besonderen Begrünungsobjekten in Berlin statt. Neben dem Wissenstransfer und dem Aufzeigen von Best Practice-Beispielen stand die Vernetzung zwischen den Teilnehmenden aus Planung, Politik, Städten, Siedlungswasserwirtschaft, Industrie, Immobilienbranche und Verbänden im Vordergrund.

Organisiert wurde der Weltkongress vom Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) mit der Unterstützung von internationalen und nationalen Partnern sowie von zahlreichen Gold-, Silber- und Bronzesponsoren.


Weitere Informationen: www.gebaeudegruen.info