Effizienter Filter für Luftstickoxide
Im Jahr 2024 haben die Stadt Köln, die Stiftung "Lebendige Stadt" und Schüco mit der photokatalytischen Textilfassade an der Volkshochschule in der Kölner Innenstadt ein Fassaden-Forschungsprojekt zur Reinigung stickoxidbelasteter Luft gestartet. Die bisher vorliegenden Ergebnisse beeindrucken.
Die im Oktober 2024 begonnenen Messungen an der stickoxidbindenden Membran am Gebäude der Volkshochschule in der Cäcilienstraße 35 belegen, dass auf Basis gemittelter Monatswerte Filterleistungen von rund 30 Prozent erreicht werden. Einzelne Tagesmessungen liegen sogar darüber. Für die weniger lichtintensive Nordausrichtung des VHS-Gebäudes ist dies nach Einschätzung der Projektparnter ein beeindruckender Wert.
Im Projekt wurde auch nachgewiesen, dass die Filterleistung mit zunehmender Tageslichtdauer und Temperatur steigt. Seit Januar 2025 hat sich der Wert der Filterleistung kontinuierlich verbessert. Dieser positive Trend setzte sich bis zuletzt unverändert fort.
Bei einer Südausrichtung der Membran unter sonst gleichen Umgebungsbedingungen sei daher von einer bis zu dreifach höheren Lichtintensität auszugehen, wodurch die Filterleistung deutlich größer als an einer Nordfassade wäre, so Projektpartner Schüco.
Photokatalytischer Filter
Der photokatalytische Filter besteht aus zwei bedruckten Membranflächen der Größe von jeweils 8 x 20 Metern und ist mit einer digitalen Messtechnik ausgestattet. Die Membran filtert mittels aufgebrachter Wirkstoffe gesundheits- und umweltschädliche Stickoxide und verwandelt diese in unschädliche Mineralien. Durch eine Messtechnik wird die Luftqualität vor und hinter der Membran gemessen, um die luftreinigende Filterleistung auszuwerten und zu dokumentieren.
Die Membran hat auch einen Kühleffekt auf das Gebäudeinnere, da sie die Gebäudefassade vor unmittelbarer Sonneneinstrahlung und damit vor Erhitzung schützt. Dadurch sinkt der Energiebedarf für die Kühlung, was CO₂-Emissionen reduziert. Gleichzeitig strahlt die Membran weniger Hitze in den urbanen Raum ab, so dass auch hier ein Kühleffekt eintritt. Das ist ein wichtiger Baustein für Klimaanpassungsstrategien.
Material aus Wertstoffkreislauf
Die Textilfassade ist aus wiederverwerteten Materialien hergestellt: Für ihre Produktion wurden über 4.400 recycelte PET-Flaschen und für die Unterkonstruktion Aluminium mit einem Recyclinganteil von 75 Prozent verwendet. Auf den Einsatz von Klebstoffen wurde verzichtet. Damit kann das Material später dem Recyclingprozess zugeführt werden. Die Textilfassade wird vor dem Gebäude installiert und kann individuell gestaltet und mit einfachen Mitteln ausgetauscht werden.
Die Messungen an der Fassade in Köln liefen bis Ende Dezember 2025. Nun folgt die Auswertung des gesamten Forschungszeitraums seit Oktober 2024. Das Forschungsprojekt soll wegweisenden Charakter auch für andere Städte haben.
Bei dem Kooperationsprojekt finanzierte Schüco die Herstellung und Montage der Membran und die Stiftung „Lebendige Stadt“ die fortlaufende Messung und Auswertung der Ergebnisse, womit sie das renommierte Forschungszentrum Jülich beauftragte. Die Stadt Köln stellt die Fassadenfläche bereit und erstattet die anfallenden Gebühren.
Weitere Informationen: Den bebilderten Fachartikel als PDF-Datei herunterladen: Effizienter Filter für Luftstickoxide
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