Generationswechsel bei PfB. Peter Mayer (li.) übernimmt die Leitung des Prüfzentrums für Bauelemente vom Gründer Rüdiger Müller.

Generationswechsel bei PfB. Peter Mayer (li.) übernimmt die Leitung des Prüfzentrums für Bauelemente vom Gründer Rüdiger Müller. (Foto: © Axel Öland)

Wechsel an Institutsspitze des PfB Rosenheim

Mit Peter Mayer übernimmt ein anerkannter Fachmann die Leitung des Prüfzentrums für Bauelemente (PfB) Rosenheim vom Gründer Rüdiger Müller.

Um der PfB GmbH & Co. Prüfzentrum für Bauelemente KG - insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung - neuen Schub zu verleihen, hat Rüdiger Müller die Leitung an die nächste Generation zu übergeben. Seit Januar dieses Jahres lenkt der 40 Jahre jüngere Prüfingenieur Peter Mayer die Geschicke des PfB. Mayer profitierte bereits vor seinem Bachelorabschluss in Holztechnik an der TH Rosenheim von Müllers Erfahrung als er mit ihm das Türenbuch überarbeitete.

Im PfB setzte er seine Bachelorarbeit über mechatronische Beschläge und deren Beurteilung hinsichtlich der einbruchhemmenden Wirkung um. Parallel zu seinem anschließenden Masterstudium der Holztechnik mit Schwerpunkt Fenster & Fassade in Kooperation mit der afp sammelte er in den verschiedenen Abteilungen des PfB Praxiserfahrung. Er übernahm Tätigkeiten als Prüfingenieur, Überwacher, Qualitätsmanagementbeauftragter und leitete die Zertifizierung.

Beim PfB etablierter Fachmann

Während er seine Masterthesis über den Weg zu einem europaweiten Standard für einbruchhemmende Nachrüstprodukte abschloss, begleitete er die erfolgreiche Akkreditierung der Zweigstelle des PfB in Izmir, Türkei. Zusätzlich wurde Peter Mayer als Gutachter für barrierefreie Planungen, Bauten und Produkte anerkannt und sowohl als Fachexperte der schweizerischen Akkreditierungsstelle als auch Compliance-Officer durch die DGQ benannt.

Seit 2019 wurde Mayer als Assistent der Geschäftsleitung persönlich von Rüdiger Müller in die Institutsleitung eingearbeitet. Nach einem Übergangsjahr hat er nun zu Beginn des Jahres die Institutsleitung übernommen. Weiterführen möchte er auch die Tätigkeit von Rüdiger Müller als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger weiterführen. Der Antrag zur öffentlichen Bestellung und Vereidigung bei der IHK von München und Oberbayern ist bereits eingereicht.

Rüdiger Mülller - Ein Leben für die Türentechnik

Mit dem Prüfmobil führte Rüdiger Müller in den Anfangsjahren mobil bei Kunden vor Ort Einbruchprüfungen durch. Foto: © Rüdiger MüllerMit dem Prüfmobil führte Rüdiger Müller in den Anfangsjahren mobil bei Kunden vor Ort Einbruchprüfungen durch. Foto: © Rüdiger Müller

Für Rüdiger Müller geht seine über 60-jährige Türentechnik-Karriere in Rosenheim mit der Übergabe der PfB-Leitung zu Ende. Begonnen hat alles 1958, als der Rüdiger Müller mit 14 Jahren seine Lehrstelle als Bau- und Möbelschreiner in der Lehrwerkstatt der Fenster- und Türenfabrik Wilhelm Rief in Rosenheim antrat. Blättert er heute in seinen alten Berichtsheften, ist dies für ihn ein interessanter Blick in die Geschichte der Normung und Türenentwicklung.

Den aktuellen Stand dieses Fachbereiches veröffentlicht er regelmäßig in neuen Auflagen seines Fachbuches "Das Türenbuch". Nach seinem anschließenden Studium der Holztechnik an der Ingenieurschule, der heutigen Technischen Hochschule Rosenheim, trat Rüdiger Müller 1971 seine Stelle als ‚Holzingenieur‘ beim Institut für Fenstertechnik e. V. (ift) an.

Zwölf Jahre war er dort unter anderem für die Gründung der Gütegemeinschaft für Innentüren, des Deutschen Instituts für Möbeltechnik sowie des Labors für Türentechnik verantwortlich. Zudem war er in der nationalen und internationalen Normung aktiv und führte Forschungsvorhaben auf dem Bereich Anforderungen und Prüfungen an Innentüren, Wohnungsabschlusstüren und Polstermöbeln durch.

Vom ift in die Selbstständigkeit

Nach seiner Vereidigung durch die IHK von München und Oberbayern als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Fenster- und Türentechnik riskierte er 1983 mit seiner Frau Gertraud Müller-Wagner den Schritt in die Selbständigkeit und gründete das Prüfinstitut Türentechnik + Einbruchsicherheit (PTE- Rosenheim). Um sich als Prüfinstitut auf dem Markt zu etablieren, wurde kurzerhand das ‚Rocky‘, ein Hinterhaus in Rosenheim, mit Klimakammern ausgestattet.

Besondere Aufmerksamkeit und damit einen schnell wachsenden Kundenstamm erhielt Rüdiger Müller durch sein "Prüfmobil". Dieser umgebaute LKW ermöglichte es, unkompliziert und kostengünstig beim Kunden vor Ort Einbruchprüfungen durchzuführen. Damit waren selbst Vergleichsprüfungen auf europäischer Normungsebene in Paris möglich.

1999 wagte er mit dem Kauf eines 12.000 Quadratmeter großen Grundstückes in Stephanskirchen. Dort wurde eine eine Prüfhalle realisiert, die perfekt auf die Anforderungen eines Prüfunternehmens abgestimmt war. 2002 war es dann soweit, die neuen Räumlichkeiten vor den Toren Rosenheims wurden bezogen.

Aus PTE für PfB

Foto: © PfBFoto: © PfB

2005 entstand aus dem zuvor veräußerten PTE in Kooperation mit dem langjährigen Mitarbeiter Matthias Demmel die heutige PfB GmbH & Co. Prüfzentrum für Bauelemente KG. 2014 folgte die Eröffnung der zweiten Halle für die Prüfung an Rauchschutztoren, Dauerfunktion und U-Wert-Bestimmung in einer Hotbox. 2020 wurde die dritte benachbarte Halle auf einer Grundstücksfläche von 7.000 Quadratmetern erworben.

Mittlerweile ist sie auf den neuesten Stand der Prüftechnik für Schallschutz gebracht worden und bietet die Rahmenbedingungen für Prüfungen von sehr großen Bauelementen wie Fassaden und Dächern. Mit nun insgesamt drei Prüfhallen nebst Lagerhalle und einer großzügigen Freifläche hat Rüdiger Müller für das PfB und seine knapp 30 Mitarbeiter:innen für die Zukunft aufgestellt.

Weitere Informationen: www.pfb-rosenheim.de

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