Referenten, Moderator und Veranstalter des VFF-Architektentages (von links): Wolfgang Jehl, Werner Frosch, Prof. Dr. Lucio Blandini, Roland Pawlitschko (Moderator), Frank Lange (VFF-Geschäftsführer) und Rudi Scheuermann.

Referenten, Moderator und Veranstalter des VFF-Architektentages (von links): Wolfgang Jehl, Werner Frosch, Prof. Dr. Lucio Blandini, Roland Pawlitschko (Moderator), Frank Lange (VFF-Geschäftsführer) und Rudi Scheuermann. (Foto: © VFF)

Erfolgreicher VFF-Architektentag 2020

FASSADE - Aktuell

November 2020

Über 300 angemeldete Teilnehmer nahmen am ersten digitalen VFF-Architektentag zur Gebäudehülle am 12. November teil.

Die Architektenveranstaltung vom Verband Fenster + Fassade (VFF) und der Fachzeitschrift Detail, die kurzfristig auf Online umgestellt werden musste, stand unter dem Motto "Neue Perspektiven für die Gebäudehülle: zukunftsweisend, innovativ und dynamisch".

Und die Referenten in den Räumen des Frankfurter re:mynd eastside, die in ein Übertragungsstudio umgebaut worden waren, konnten mit ihren beeindruckenden Präsentationen das "Fenster" in die Welt der Innovationen rund um die Gebäudehülle weit aufmachen, berichtet der Verband Fenster + Fassade e.V. (VFF).

Königsdisziplin von Planung und Bauen

Der Moderator Roland Pawlitschko, Architekt und Publizist aus München, machte gleich zu Beginn deutlich, dass die moderne transparente Gebäudehülle mittlerweile die Königsdisziplin von Planung und Bauen ist. Und er brachte ihre vermittelnde Rolle zwischen Innen und Außen auf die Formel: Die Außenwände der Gebäude sind die Innenwände der Stadt.

Wie diese Doppelrolle in modernen Glasfassaden gestaltet wird, präsentierte Werner Frosch von Henning Larsen in München in seinem Vortrag über "Tageslicht und die architektonische Gestalt". So zeigte er zum Beispiel am Neubau des Civic Centre in Toronto, wie Fassaden Licht, Wind und Wärme innerhalb und außerhalb des Gebäudekomplexes so lenken können, dass die Nutzer in und vor dem Gebäude davon profitieren und sich sogar die Zahl der Sommertage auf der Plaza im Süden erhöht.

Die Zukunft der Fassade

Prof. Lucio Blandini von der Werner Sobek AG in Stuttgart. Foto: © VFFProf. Lucio Blandini von der Werner Sobek AG in Stuttgart. Foto: © VFF

Das folgende Referat von Prof. Lucio Blandini von der Werner Sobek AG in Stuttgart über "Die Zukunft der Fassade: digital, nachhaltig, adaptiv" hatte, wie der Titel schon sagt, hochmoderne Fassadenlösungen im Fokus.

Die Beispiele reichten von Dubai über Kuwait bis nach Stuttgart und verdeutlichten, was man mit parametrischen Konstruktionen, nachhaltigem Bauen und adaptiven Ideen beispielsweise mit der Nutzung von Licht und Schatten bei je nach Himmelsrichtung in sich verwundenen Hochhausfassaden in heißen und sonnenreichen arabischen Ländern erreichen kann.

Die (R)evolution in der Fenstermontage

Nach einer kurzen Pause eröffnete Wolfgang Jehl vom ift Institut für Fenstertechnik in Rosenheim den zweiten Teil der Fortbildungsveranstaltung mit einem Vortrag über "Die (R)evolution in der Fenstermontage: 2-stufiger Einbau mit Vorabzargen". Mit einem Blick auf die tägliche Situation auf der Baustelle präsentierte er die in Deutschland noch wenig bekannte Möglichkeit, mit einer vorab eingebauten Zarge den eigentlichen Fenstereinbau an das Ende des Bauprozesses zu verlegen.

Damit können Beschädigungen vermieden werden, die bei modernen Fenstern – empfindliche Möbelstücke gewissermaßen – viel zu häufig vorkommen, wenn sie wie üblich direkt in den Rohbau eingefügt werden. Utopisch und konkret zugleich stellte Rudi Scheuermann vom Ingenieurbüro Arup schließlich faszinierende Dach- und Fassadenbeispiele vor, wie die Stadt von morgen "grün" werden kann.

Mit passenden Pflanzen weitreichend bewachsene Dächer und Fassaden können einen markanten Beitrag zur Luftqualität und zur CO2-Reduktion leisten. Scheuermann stellte mit kreativen Beispielen aus Singapur, Berlin und anderen Metropolen klar, dass der Weg zur grünen Stadt von morgen heute schon begonnen hat.

Abschließende Podiumsdiskussion

Normalerweise eine attraktive Eventlocation – zum VFF-Architektentag am 12. November 2020 wurde daraus ein Onlinestudio. Foto: © VFFNormalerweise eine attraktive Eventlocation – zum VFF-Architektentag am 12. November 2020 wurde daraus ein Onlinestudio. Foto: © VFF

Zur interaktiven Lebendigkeit des Architektentages trugen auch zahlreiche Online-Fragen aus dem Publikum bei, die von den Referenten jeweils nach ihren Vorträgen beantwortet und dann auch in der abschließenden Podiumsdiskussion in das anregende Gespräch mitaufgenommen wurden.

"Wenn man aus der Corona-Not eine Veranstaltungs-Tugend machen kann, dann ist uns das auch dank des Technikteams sehr gut gelungen. Und das macht mich und alle Beteiligten stolz und froh", resümierte Frank Lange, Geschäftsführer des VFF, nach der Veranstaltung.

"Die Vorträge waren großartig, die Teilnehmerzahl größer als bei jeder möglichen Präsenzveranstaltung und auch die Möglichkeit, drei Fortbildungspunkte der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen durch protokollarisch dokumentierte Teilnahme zu erwerben, wurde von mehr als 120 disziplinierten Teilnehmern genutzt."

Weitere Informationen: www.window.de

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