Seit einem Jahr hat er Bundesverband Wintergarten e.V. ein neues Logo, das insbesondere die Kompetenz für alle Glasanbauten unterstreicht. Foto: © BV Wintergarten e.V.Der 1. Vorsitzende Peter Ertelt eröffnete die jährliche Fachtagung, zu der der Bundesverband Wintergarten e.V. alle am Bau von Wintergärten, Terrassendächern und anderen Glasbauten beteiligten Fachkollegen eingeladen hatte. Insgesamt konnten mehr als 130 Teilnehmer begrüßt werden – mehr als im letzten Jahr.
Am Anfang der Fachbeiträge stand ein Gastbeitrag von Thomas Ranft. Der ARD-Wettermoderator und Wissenschaftsjournalist referierte über "Mobilität der Zukunft". Im Zentrum des Vortrags stand die Frage, was auf die Unternehmen in den nächsten Jahren zukommen wird und wie sie sich darauf vorbereiten können.
Ranft, der sich selbst als "Autonarr" bezeichnet, referierte die Möglichkeiten der Elektromobilität und zeigt auf, wie diese dabei ist, nicht nur im Personen-, sondern auch im Lieferverkehr eine vollwertige und auch ökonomische Alternative zu herkömmlicher Mobilität zu sein.
Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen
Dipl.-Ing. Frank Lange, Geschäftsführer des VFF, stellte die wirtschaftlichen und politischen Eckpunkte für die kommenden Jahre vor. Foto: © BV WintergartenDer nächste Beitrag beschäftigte sich mit den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa. Dipl.-Ing. Frank Lange, Geschäftsführer des VFF referierte die Ausgangslage der neuen Bundesregierung und stellte die Frage, ob diese in der Lage ist, die selbst gesteckten Ziele in der Bauwirtschaft zu erreichen.
Dies gilt insbesondere für den "Bau-Turbo", der das Ziel hat, den Wohnungsbau zu fördern und gleichzeitig die CO2-Emmissionen erheblich zu reduzieren. Immerhin gehen die Prognosen für die nahe Zukunft bei Fenstern und Vorhangfassenden von einem moderaten Zuwachs aus.
Bewährtes Format: Workshops
Nach den positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre wurden dieses Jahr insgesamt sechs Workshops angeboten, in denen einzelne Themenbereiche vertieft behandelt und aufgrund der geringeren Teilnehmerzahl intensiver diskutiert werden konnten. Am ersten Tag wurden zwei Workshops angeboten.
Mike Kersting (Vorstand SMK AG, Gießen) referierte über "Risikomanagement und Unternehmensführung". Kersting zeigte auf, wie man das Spannungsfeld zwischen Investitionsbereitschaft und Notwendigkeit der Kostensenkung durch entschlossenes Handeln angehen kann.
Der zweite Workshop beschäftigte sich mit den an Bedeutung gewinnenden Lamellendächern. Referent war Olaf Vögele (media4technologies UG). Er gab einen Überblick über Systeme und Gestaltungsmöglichkeiten. Weiterhin wurden Prüfungen zu Schneelast und Regenschutz vorgestellt.
Stimmungsvoller Abend
Inhaltlich wurde der erste Tag mit einer Podiumsdiskussion mit zwei Themen aus dem Glasbereich abgeschlossen: Dünnglas und Vogelschutzglas. Nach zwei Impulsvorträgen von Michael Haller (Eastman Chemical GmbH) zu den Themenbereichen, wurden diese vertiefend diskutiert, wobei neben Haller Carsten Kunert (GF Doering Glas GmbH), Ralf Greiner (Arnold Glas) und Dipl.-Ing. Frank Lange (VFF) teilnahmen.
Am Ende des ersten Tages erlebten die Teilnehmer einen stimmungsvollen Abend in den "Vorwerck Event-Welten", einem historischen Ausflusgslokal der Berliner im Grunewald.
Breites Themenspektrum am zweiten Tag
Am nächsten Tag folgten in zwei Durchgängen insgesamt vier Workshops, die den Teilnehmern eine große Bandbreite an Themen offerierten:
Das Thema "Tricks der Auftraggeberseite zur Verzögerung der Abnahme" war Thema des Workshops unter Leitung von RA Dr. Dimanski (Magdeburg). Anhand von Fällen aus dem Prozessalltag wurden typische Fehler und ihre Folgen aufgezeigt und vor allem wichtige Tipps für die Praxis gegeben.
Im nächsten Workshop ging es um "Probleme beim Lüftungskonzept in sehr dichten Häusern". Der Sachverständige Jürgen Sieber referierte die Relevanz für Wintergärten und zeigte Lösungsmöglichkeiten auf.
KI und Generation Z
"Künstliche Intelligenz (KI)" war das Thema eines weiteren Workshops, geleitet von Frank Mücke (Schenker Storen GmbH). Hier wurde aufgezeigt, was KI-Systeme leisten können – und wo sie an ihre Grenzen stoßen. In einem zweiten Teil wurden praktische Tipps präsentiert, wie sich mit einfachen Tools erste Automatisierungen umsetzen lassen.
Einem besonderen Thema widmete sich ein Workshop über die "Generation Z" – ein für Handwerksbetriebe nicht zu unterschätzendes Thema. Konflikte zwischen jungen und älteren Mitarbeitenden scheinen sich zu unüberwindbaren Konflikten auszuweiten. Es wurden Wege aufgezeigt, wie ältere Mitarbeiter und Vorgesetzte die junge Generation ins Arbeitsleben begleiten können, ohne daran zu verzweifeln.
Begleitende Foyer-Ausstellung
Den Abschluss machte ein Beitrag aus dem Bereich des Marketings. "Mehr Abschlüsse. Mehr Biss – auch wenn der Markt schwächelt" war der Titel des Vortrags von Robin Freitag (Litano GmbH), der Strategien aufzeigte, wie ein Handwerksbetrieb im Spannungsfeld von Kaufzurückhaltung und Billiganbietern erfolgreich agieren kann. Freitag stellte insbesondere den emotionalen Aspekt bei der Kaufentscheidung heraus und stellte verschiedene Möglichkeiten dar, sich aus der Preisfalle zu lösen.
Begleitet wurden die Wintergartentage auch in diesem Jahr von einer Foyer-Ausstellung, bei der Dienstleister, Zulieferer und Hersteller aus der Branche ihre Lösungen präsentierten und Fachgespräche in kleinem Kreis ermöglichten
Mitgliederversammlung des Bundesverbandes
Die Wintergartentage wurden auch dieses Mal wieder von einer Foyer-Ausstellung begleitet, auf der für die Branche relevante Dienstleistungen und Produkte präsentiert wurden. Foto: © BV WintergartenDie Mitgliederversammlung hatte im Vorfeld der Fachtagung die Entwicklung des Verbandes seit der letzten Mitgliederversammlung und die nächsten Aufgaben sowie die dafür erforderlichen Finanzen im Blick.
Im Geschäftsbericht für das Jahr 2024 stellte der 1. Vorsitzende Peter Ertelt die Tätigkeit des Verbandes dar. Besonders die Aktivitäten rund um die Qualitätskampagne, verbunden mit dem Zertifizierungsprogramm, hat die Aufmerksamkeit für den Bundesverband Wintergarten e.V. sowohl in der Branche wie auch in der Öffentlichkeit weiter merkbar gesteigert.
Nach dem Tätigkeitsbericht, der Annahme des Finanzberichts und der Entlastung des Vorstands wurden die Aufgaben des Verbandes im nächsten Jahr umrissen. Im Mittelpunkt wird dabei die weitere Entwicklung der Qualitätskampagne stehen.
Ansporn und Motivation
Abschließend wurde auch noch der Termin der Wintergartentage 2025 in Berlin bekannt gemacht: 12./13. November 2026.
Zufrieden zeigte sich Peter Ertelt, Vorsitzender des Bundesverbandes Wintergarten e.V., über den Ablauf der Wintergartentage 2025: "Die Wintergartentage sind für viele Branchenbeteiligte zum festen Bestandteil ihres Kalenders geworden – das zeigte sich auch an den zahlreichen positiven Reaktionen vieler Teilnehmer nach der Veranstaltung. Das sich in diesem Jahr die Anzahl der Teilnehmer noch einmal erhöht hat, ist für uns Ansporn und Motivation."
Weitere Informationen: bundesverband-wintergarten.de
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