Die automatische Bedienung der Markise durch eine Handy-App.

Mit entsprechenden Handy-Apps lassen sich die Markisen des Hauses ein- und ausfahren. Dies geht nicht nur aus der Ferne, sondern auch von weit entfernten Orten. (Foto: © Axel Breuer)

Smart Windows: Ausblick in die Zukunft

Smart Homes werden bei den Deutschen immer beliebter. Neben verschiedenen Smart-Home-Lösungen etablieren sich Smart Windows. Was es mit den intelligenten Fenstern auf sich hat und warum sie die Zukunft sein könnten.

Der Begriff "smart" entstammt dem englischen Sprachgebrauch und kann mit intelligent oder schlau übersetzt werden. Somit ist ein "Smart Home" ein intelligentes Haus. Neue Smart-Home-Technologien haben längst im Umfeld der Haustechnik Einzug gehalten.

Mensch bei Smart Windows im Mittelpunkt

Mittlerweile nutzen sechs Millionen der rund 65 Millionen Internetnutzer in Deutschland die Smart-Home-Technologie. Dies entspricht einem Anteil von rund neun Prozent.

Das teilt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Durch diese Technologie werden mit dem Internet verbundene und zum Teil auch untereinander vernetzte Haushaltsgeräte und -systeme gesteuert. Mit Hilfe von Smartphone-Apps haben Nutzer zudem die Möglichkeit, die Haustechnik zu steuern.

Intelligente Fenster sind die Zukunft

Smart-Home-Lösungen werden auch in der Fensterbau-Branche immer populärer. Laut Angaben des Verbands Fenster + Fassade (VFF) gehört intelligenten Fenstern die Zukunft.

Als Teil einer immer populärer werdenden Smart-Home-Lösung für das  Eigenheim helfen sie, thermischen und visuellen Komfort zu schaffen. Beworben werden Smart Windows vor allem mit einem Mehr an Sicherheit und Energieeffizienz.

"Dabei werden Fenster funktional miteinander verbunden und so mit der vorhandenen Informationstechnologie vernetzt, dass sie mit ihrer Umgebung interagieren und in Smart-Home-Anwendungen integriert werden können", erläutert Frank Lange, VFF-Geschäftsführer. 

Regulierung von Tageslicht und mehr Wohnkomfort

Neben Energie- und Sicherheitsaspekten gehe es bei Smart Windows vor allem um Behaglichkeit, um mehr Tageslicht in den Wohnräumen sowie um angenehme Raumtemperaturen. "Um dies erreichen zu können, müssen Maßnahmen ergriffen werden, welche die Eigenschaften der Fassade fortlaufend verändern", erläutert Lange.

Ganz konkret geht es um die Anpassung der Einstrahlung von Sonnenenergie durch Anlagen zum Sonnenschutz. Darüber hinaus spielt die Anpassung der Tageslichtversorgung bei Smart Windows eine große Rolle.

Das einfallende Licht wird gezielt gelenkt und Blendung durch einen wirksamen Blendschutz verhindert. Nicht zuletzt geht es um eine Veränderung der Wärmeübertagung durch Rollläden. Hier kommen Sensoren und motorisch betriebene Steuerungen zum Einsatz.

Mehr Komfort und Sicherheit

Zudem spielen Komfortaspekte beim Kauf von Smart Windows eine wichtige Rolle. Barrierefreiheit ist dabei ein wichtiger Punkt. Über Sprach-, Bewegungs- und Näherungssensoren sowie über die klassische Fernsteuerung kann das Smart Window angesteuert werden. Des Weiteren kann der Verschlusszustand der Fenster überwacht werden.

"Verlässt man das Haus oder die Wohnung, werden offene Fenster automatisch geschlossen und verriegelt. Mehr Sicherheit geht kaum und vergessene Fenster gehören der Vergangenheit an", sagt Lange.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten der Smart Windows sind folgende:

  • Witterungsbedingtes Öffnen und Schließen der Fenster bei Regen
  • Automatische Betätigung der Fenster im Brandfall zur Abführung giftiger Rauchgase
  • Auslösung Aufmerksamkeit erweckender Szenarien wie angehender Lichter und akustischer Signale
  • Alarmierung von Hilfskräften
  • Automatischer Austausch der Luft nach Wunsch des Hausbesitzers durch kontrolliertes Nachlüften

Weitere Vorteile der intelligenten Fenster

Die genannten Funktionen zeigen, dass automatisierte Fenster und Türen eine Vielzahl an Vorteilen bieten. Hausbewohner werden beispielsweise beim Sicht- und Sonnenschutz unterstützt. Zudem wird durch die Automation das Raumklima reguliert und der Schutz vor Einbrechern erhöht. Zudem helfen sie bei der Einsparung von Heizenergie.

Mit dem Handy die Automation des Smart Home bedienen. Foto: © VFF / Somfy GmbH
Mit dem Handy die Automation des Smart Home bedienen. Foto: © VFF / Somfy GmbH

Die einzelnen Elemente können herkömmlich per Schalter an der Wand bedient werden. Darüber hinaus lassen sie sich per Fernbedienung und Touchscreen mit Zeitsteuerung und mit Hilfe von Handy-Apps steuern. Daneben gibt es Systeme, die vollautomatisch mit Sensoren arbeiten.

Sie erkennen, wenn die Luft im Haus schlecht ist oder ein Regenschauer das Schließen der Fenster erfordert. Funkbasierte Smart-Home-Lösungen sind dabei besonders einfach in der Montage und Inbetriebnahme und eignen sich so ideal für einen Neubau oder eine Renovierung.

Energieeinsparung mit Smart Windows

Je nachdem, wie die verbauten Systeme miteinander vernetzt sind, ergeben sich vielfache Anwendungsmöglichkeiten. Ein Beispiel sind Lüftungskonzepte mit Wärmerückgewinnung über moderne, integrierte Fensterlüfter. Darauf verweist der VFF. Dazu kämen Systeme, die gleichzeitig die Heizungsanlage ausschalten.

Das Ziel ist, während des Lüftens keine Heizenergie zu verschwenden. Wie der VFF betont, ist es wichtig, dass keine Diebe durch die geöffneten Fenster ins Haus eindringen. Dafür gebe es Systeme, die beispielsweise über eine Alarmmeldung das gewaltsame Öffnen des Fensters, Glasbruch oder Bewegung im Haus melden.

Energieeffizienz und mehr Sicherheit sind zwei Hauptgründe, weshalb sich mittlerweile rund ein Drittel der Deutschen für Smart-Home-Lösungen in ihrem Haus oder in ihrer Wohnung entscheiden. Die Installation vieler Lösungen wird zudem durch die Kreditanstalt für den Wiederaufbau (KfW) finanziell bezuschusst.

Verschiedene System bei Smart-Home-Lösungen

Wenn weitere Smart-Home-Technologien mit den Smart Windows vernetzt werden sollen, stehen verschiedene Lösungen zur Verfügung. Einerseits gibt es kabelgeführte Systeme. Diese werden beispielsweise für den Neubau von Häusern verwendet. Andererseits gibt es drahtlose Systeme. Diese werden oft bei der Sanierung oder der Nachrüstung im Bestand verwendet.

"Dabei müssen die Geräte bei drahtlosen Lösungen nur mit Strom versorgt werden, zum Beispiel mit Batterien oder über Solarzellen", erläutert VFF-Geschäftsführer Lange. Alle Systeme seien mittlerweile perfekt für den Hausgebrauch geeignet und bezahlbar. Zudem seien Smart-Home-Lösungen eine gute Möglichkeit, das Eigenheim sicher für die Zukunft aufzustellen.

Haus kann automatisiert werden

Ob Rollläden, Licht, Heizung, Kameras oder elektrische Geräte – mit einer Hausautomation lassen sich die verschiedenen Anwendungen im Haus per Funk vernetzen und automatisieren. Wenn sie einmal eingerichtet sind, müssen sich die Bewohner nur noch um wenig kümmern, da die täglichen Routinen selbsttätig auflaufen.

Noch vor dem Aufstehen bringt die Heizung das Bad auf Wohlfühltemperatur, die Rollläden fahren zur Wunschzeit hoch und beim Verlassen des Hauses schalten sich automatisch alle Lichter im Haus ab. Im Vorfeld der Automation müssen die einzelnen Smart-Home-Elemente allerdings programmiert werden.

Ein Beispiel hierfür ist die Programmierung sogenannter Szenen, wie der "Abend-Romantik". Mit nur einem Fingertipp wird die Beleuchtung gedimmt, die Rollläden fahren herunter und gleichzeitig schalet die Soundanlage im Wohnzimmer die passende Musik an.

Nutzung des Smart Homes per App

Für manchen besteht der Wohnkomfort aber auch darin, jederzeit flexibel zu bleiben und die Technik in Haus oder Wohnung ganz nach Lust und Laune zu steuern. Die vernetzte Haustechnik kann per App auf dem Handy oder Tablet auf Zuruf über Sprachsteuerung bedient werden.

Durch die Bedienung per App haben Nutzer jederzeit die volle Kontrolle über ihre Haustechnik – auch in Abwesenheit. So können sie beispielsweise vom Karibikstrand aus überprüfen, ob alle Lichter zu Hause ausgeschaltet und die Fenster geschlossen sind.

Auch bei alltäglicheren Anlässen kann es von Vorteil sein, das eigene Zuhause im Blick zu haben: Wenn zum Beispiel während eines ausgedehnten Shoppingausflugs unerwartet Regen aufzieht, lässt sich mit wenigen Klicks auf dem Handy die Markise aus der Entfernung einfahren. So nimmt der empfindliche Stoff keinen Schaden.

Abwendung von größerem Schaden

Smart-Home-Lösungen können auch größeren Schaden an den Bewohnern und am Haus abwenden. Bewegungsmelder an zentralen Orten bringen automatisch Licht ins Dunkel und schützen vor Stolperfallen.

Dies ist vor allem dann praktisch, wenn keine Hand frei ist, um nach dem Lichtschalter zu tasten, weil man beispielsweise mit vollen Einkaufstüten nach Hause kommt oder den Wäschekorb durchs Haus tragen muss.

Smart Homes schlagen Alarm bei Gefahr

Werden Funk-Rauchwarnmelder in das Smart-Home-System integriert, schlagen diese im Brandfall Alarm und schützen die Bewohner zuverlässig vor Rauch und Feuer, auch im Schlaf.

Gleichzeitig wird ein Signal an die Home Station ausgesandt, der eine vorher festgelegte Szene auslöst und so wertvolle Minuten einspart: Die Beleuchtung schaltet sich im kompletten Haus ein, die Rollläden fahren hoch und geben sofort lebenswichtige Fluchtwege frei.

Nicht zuletzt sorgt ein intelligentes Haus für mehr Sicherheit. Damit schaltet sich die Beleuchtung zu unterschiedlichen Zeiten ein und aus und die Rollläden setzen sich im Wochenrhythmus automatisch in Gang. Dadurch wirkt das Haus bewohnt.

 

Weitere Informationen unter www.fensterratgeber.de

Das Wichtigste in Kürze:
- Rund sechs Millionen Deutsche nutzen bereits heute Smart-Home-Lösungen in ihrer Immobilie.
- Smart Windows lassen sich mit der Haustechnik kombinieren. Die Fenster werden miteinander verbunden und mit der Informationstechnologie des Hauses vernetzt.
- Durch Smart Windows lässt sich das Tageslicht besser regulieren. Darüber hinaus verfügen die meisten Modelle über einen Blendschutz, der bei starker Sonneneinstrahlung greift.
- Smart Windows können so programmiert werden, dass sie automatisch bei Regen schließen und nach dem Schauer wieder öffnen.
- Smart Windows sind im Fall eines Einbruchs oder im Brandfall in der Lage, Hilfskräfte zu alarmieren.
- Smart-Home-Lösungen können für mehr Sicherheit von Haus und Bewohnern sorgen.
- Neben dem Einbruchschutz steht für viele Nutzer von Smart Homes die Energieeffizienz im Vordergrund.
- Heizungen können durch die Lösungen ebenfalls reguliert werden.