Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit mit intensivem "Trendscouting" und gezielten Kundenbefragungen hat die Zukunft des Drehkipp-Beschlages einen neuen Namen: "Roto NX" heißt ein umfassendes Portfolio, das hohe Wirtschaftlichkeit, ausgeprägte Sicherheit, mehr Komfort und zeitgemäßes Design biete. Das Foto zeigt das neue Axerlager für die Bandseite P. (Foto: © Roto)

Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit mit intensivem "Trendscouting" und gezielten Kundenbefragungen hat die Zukunft des Drehkipp-Beschlages einen neuen Namen: "Roto NX" heißt ein umfassendes Portfolio, das hohe Wirtschaftlichkeit, ausgeprägte Sicherheit, mehr Komfort und zeitgemäßes Design biete. Das Foto zeigt das neue Axerlager für die Bandseite P. (Foto: © Roto)

Roto stellt neuen Dreh-Kipp-Beschlag vor

Glas+Rahmen - Aktuell

November 2017

Im Rahmen eines Fachpressetages stellte die Roto Frank AG am 15. November den Roto NX vor. Der neue Dreh-Kipp-Beschlag kommt mit weniger Teilen aus, bietet Spaltlüftung sowie RC 2-Sicherheit in Kippstellung.

Das neue Komplettprogramm des Roto NX setzt Maßstäbe bei den zentralen Zukunftsthemen der Branche und damit konkret bei Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Komfort und Design, erklärt der Beschlaghersteller. Mit dem laut Aussage des Vorstandsvorsitzenden Dr. Ekkhard Keill größten Beschlags-Innovationsprogramm der Firmengeschichte markiert Roto erneut ein neues Entwicklungskapitel beim Dreh-Kipp-Beschlag.

Weltweit klarer Marktführer

Der Gründer des Unternehmens Wilhelm Frank ebnete 1935 mit der Erfindung des ersten industriell zu fertigenden Beschlages den Weg dafür, dass Fenster nicht nur zu drehen, sondern per Dreigriff-Bedienung auch zu kippen waren.

Wie Johann Lukas den Fachjournalisten erläuterte, mündeten danach mehrere bedeutende Entwicklungsschritte zur Realisierung von Zwei- und Einhand-Bedienung zur Jahrtausendwende in die Premiere von "Roto NT".

Der globale Erfolg dieses Drehkipp-Portfolios mit seinen derzeit knapp 6.000 Artikeln beruht, so der Direktor Kunden und Märkte Ost der Division Fenster- und Türtechnologie, primär auf dem permanenten Ausbau zum universellen Sortiment im Baukastensystem. Das Resultat: Heute sei Roto mit seit Firmengründung ca. einer halben Milliarde verkaufter Dreh-/Drehkipp-Garnituren in über 55 Ländern weltweit klarer Marktführer.

Umfassender Generationswechsel

HandwerkDer konsequente Innovationskurs dokumentiere sich nun in dem nächsten "umfassenden Generationswechsel". Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit mit intensivem "Trendscouting" und gezielten Kundenbefragungen habe die Zukunft des Drehkipp-Beschlages einen neuen Namen. Das Programm verbinde Elemente der bewährten "NT"-Serie mit neuen bzw. erheblich optimierten Baugruppen, erklärte Hartmut Schmidt, Direktor Produktinnovation Elemente.

Der Roto XN steht für:

- Hohe Wirtschaftlichkeit. Das System garantiere eine einfache und schnelle Montage in der Fertigung sowie beim Einbau. Außerdem reduziere es den Lager- und Logistikaufwand erheblich. Ferner überzeuge das Programm durch ein hohes Qualitätsniveau und die Erfüllung relevanter Normen.

- Ausgeprägte Sicherheit – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Erstens sorgten neue Komponenten für erweiterten Einbruchschutz zum Beispiel durch eine RC 2-gemäße Kippstellung. Zweitens werde die Verarbeitung sicherer, weil etwa höhere Traglasten bereits in der Standardausführung möglich seien. Drittens schaffe auch die umfassende Sortimentsbreite und -tiefe ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit und Entscheidungssicherheit.

- Mehr Komfort. Zum einen punkte das System durch leichte Handhabung und dauerhafte Funktionsfähigkeit. Zum anderen verbessere es den Wohnkomfort zum Beispiel durch optimierte Lüftungseigenschaften und eine problemlose Integration in die Hausautomation.

- Zeitgemäßes Design. Das bewirkten unter anderem. kaschierende Abdeckkappen, ästhetische Pulverbeschichtungen und von Axerbändern verdeckte Schrauben. Zudem ermöglichten die hohen Traglasten eine moderne Raumgestaltung mit großen Glasflächen.

Von Bandseiten bis Balkontürschnäpper

Diese generellen Vorteile konkretisierte Lukas Schmidt am Beispiel der neuen Baugruppen. Die Kurzporträts im Überblick:

Bandseite P für Kunststofffenster

Das in der Standardausführung einheitliche Bohr- und Schraubbild mache eine zusätzliche Verschraubung bis 130 kg Flügelgewicht überflüssig und reduziere damit den Montageaufwand. Für eine geringere Artikelzahl sorge die Standard-Bandseite (Axerlager und Ecklager) für 130 kg Flügelgewicht.

Der aus Axerarm und -stulp bestehende Axer verfüge über eine integrierte Spaltlüftung, so dass ein Zusatzrahmenteil entfallen könne. Der rechts und links einsetzbare Axerstulp sowie zwei statt bisher vier Axerlager und Ecklager führten ebenfalls zu einer Artikelreduzierung. Die Bandseite für 130 kg und 150 kg Flügelgewicht erlaube größere, moderne Fenster mit schweren Glaselementen.

Bandseite T für Holzfenster bis 150 kg Flügelgewicht

Der Axerstulp mit integrierter Spaltlüftung steigere ferner den Wohnkomfort, während der bei der Griffstellung 135° automatisch die Spaltlüftungsfunktion durchlaufende Flügel intuitiv zu bedienen sei. Eine harmonische Gesamtoptik entstehe unter anderem dadurch, dass das Axerband bei der Bandseite 130 kg alle Schrauben verdecke.

HandwerkBei dem Pendant bis 150 kg erweise sich die bei den zwei nicht verdeckten Zusatzschrauben optimierte Schraubposition ebenfalls als formaler Gewinn. Die große Farbauswahl bei Abdeckkappen und die Ergänzung des Angebots bei pulverbeschichteten Oberflächen um die neue Oberfläche "Titan" schafften individuelle Gestaltungsfreiräume.

Das im zweiten Halbjahr 2018 lieferbare Modul punkte im Prinzip mit den gleichen Stärken wie die Kunststofffenster-Variante. Dazu gehörten ein einheitliches Bohr- und Schraubbild bis 150 kg, eine im Axer integrierte Spaltlüftung und verdeckt liegende Schrauben.

"TiltSafe"

Je drei gleiche Sicherheits-Kipplüftungsbauteile aus Stahl für den Rechts- bzw. Linksanschlag genügen den Angaben zufolge, um in Verbindung mit weiteren Elementen wie Sicherheitsschließzapfen und abschließbarem Griff bei Fenstern in Kippstellung eine Einbruchhemmung gemäß RC 2 zu erzielen.

Die optionale Kombination mit dem verdeckt liegenden Kippöffnungs- und Verriegelungsantrieb "Roto E-Tec Drive" (Zertifikat RC 2 in Vorbereitung) führe zu einer bequemen Einbindung in die Hausautomation. Die sowohl in der mechanischen als auch elektrischen Variante mögliche Kippweite bis 65 mm schlage sich durch die hohe Luftwechselrate in einem besseren Raumklima nieder.

Hochdornmaßgetriebe

Durch die Entkopplung von Stulp und Getriebekasten/Schlosskasten ab Dornmaß 25 sinke die Artikelzahl und damit der Lagerplatzbedarf bei gleichzeitig individueller Konfiguration der Bauteile. Das "EasyMix-System" bewirke eine schraubenlose Montage, da Stulp und Getriebekasten/Schlosskasten durch Einclipsen ebenso leicht wie fest zu verbinden seien.

Stulpflügelgetriebe Plus

Die einteilige Schubstange sorge für eine mit dem Hebel gleichläufige Schubstangenbewegung. Daraus resultiere ein einheitlicher Sitz der Schließstücke des Aktiv- und Passiv-Flügels, für den daher nur eine Lehre benötigt werde.

Die Auslieferung des Stulpflügelgetriebes in Drehposition und damit in nahezu offener 180°-Stellung beschleunige Ablängen und Montieren im Flügel spürbar. Da die Platzierung des Griffes in Öffnungsstellung bei fast 180° erfolge, gehe bei steigendem Bedienkomfort die Verletzungsgefahr zurück.

Individuelle Unterstützung beim Wechsel

HandwerkDas innovative, komplett eigenentwickelte Portfolio biete die nötigen intelligenten Lösungen für die Fensterthemen der Zukunft, stamme von einem zuverlässigen, stabilen Partner, gewährleiste Langlebigkeit und hohe Qualität und stehe nicht zuletzt für deutsche Ingenieurskunst. Deshalb ist die Umstellung auf das neue, in den Werken Leinfelden (Deutschland), Kalsdorf (Österreich) und Lövö (Ungarn) produzierte Beschlagsystem für die Kunden "immer die richtige Entscheidung", resümierten Lukas und Schmidt.

Lieferbar ist der Roto NX ab Anfang 2018. Die Markteinführung werde unter anderem von einem Kampagnenpaket mit Marketinginstrumenten in zahlreichen Sprachen begleitet. Das Spektrum erstrecke sich von Print-, Bild-, Film- und Onlinematerialien über Veranstaltungen bis zu Schulungsunterlagen.

Außerdem mache man den verarbeitenden Unternehmen das Angebot, sie beim Wechsel auf die "Roto NX"-Ära individuell aktiv zu unterstützen, erklärt Roto. Die Unternehmensspitze geht davon aus, dass bis zu einer vollständigen Marktdurchdringung des neuen Beschlages bis zu fünf Jahre ins Land gehen werden. In dieser Zeit laufen Roto NT und Roto NX parallel.

Mehr Infos über den neuen Roto NX finden Sie in der Dezember-Ausgabe der Glas+Rahmen (Erscheinungstag 15.12.2017) 

Roto Frank AG

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