Das Vakuum-Isolierglas „Fineo“ besteht aus zwei mindestens drei Millimeter dicken Glasscheiben, die jeweils eine hochisolierende Beschichtung eerhalten und durch eine Vakuumschicht von 0,1 Millimeter voneinander getrennt sind. Es dämmt mit einem Ug-Wert von 0,4 bis 0,7 W/m2K besser, bzw. ebenso gut wie eine ungleich schwerere Dreifach-Wärmdämmverglasung.

Das Vakuum-Isolierglas „Fineo“ besteht aus zwei mindestens drei Millimeter dicken Glasscheiben, die jeweils eine hochisolierende Beschichtung eerhalten und durch eine Vakuumschicht von 0,1 Millimeter voneinander getrennt sind. Es dämmt mit einem Ug-Wert von 0,4 bis 0,7 W/m2K besser, bzw. ebenso gut wie eine ungleich schwerere Dreifach-Wärmdämmverglasung. (Foto: © AGC Glass Europe)

AGC Glass Europe: Startschuss für VIG der neuen Generation

AGC Glass Europe hat im April 2019 im belgischen Lodelinsart die Produktion von Vakuum-Isolierglas (VIG) aufgenommen. Eingesetzt werden soll das hochdämmende Produkt „Fineo“ vorwiegend im Bausektor.

Im Oktober 2018 wurde Fineo auf der Weltleitmesse glasstec in Düsseldorf erstmals präsentiert - anschaulich platziert neben einem marktüblichen Dreifach-Isolierglas. Das machte entscheidende Vorteile des neuen Vakuum-Isolierglases auf einen Blick deutlich.

Es dämmt ähnlich gut oder besser als Dreifach-Iso, ist aber im Standardaufbau um das Vierfache dünner und um etwa ein Drittel leichter. Das eröffnet neue konstruktive Möglichkeiten beim Bau von Fenstern, Türen, Glasanbauten und Fassaden. Zudem kann das VIG eine Kehrtwende im Trend zu immer schwereren Elementen einleiten und so zur Lösung eines der drängendsten Probleme der Branche beitragen.

Sehr gute Dämmwerte

Zu Beginn des Jahres begann AGC Glass Europa im belgischen Lodelinsart mit dem Aufbau der Produktionsanlagen. Inzwischen Ist er abgeschlossen. Foto: © AGC Glass Europe
Zu Beginn des Jahres begann AGC Glass Europa im belgischen Lodelinsart mit dem Aufbau der Produktionsanlagen. Inzwischen Ist er abgeschlossen. Foto: © AGC Glass Europe

Fineo besteht aus zwei mindestens drei Millimeter dicken Glasscheiben, die jeweils eine hochisolierende Beschichtung erhalten und durch eine Vakuumschicht von 0,1 Millimeter voneinander getrennt sind. Mit einem Ug-Wert von 0,4 bis 0,7 W/m²K dämmt das Glas besser bzw. ebenso gut wie eine ungleich schwerere Dreifach-Wärmedämmverglasung.

In der Standardausführung kommt die Wärmschutzbeschichtung iplus 1.0 von AGC Interpane zum Einsatz. Auch Sonnenschutzbeschichtungen sind auf Fineo einsetzbar. Die Scheiben der VIG-Unit werden nicht mit herkömmlichen Randverbundsystemen verbunden, sondern im Randbereich Glas auf Glas anorganisch verschmolzen.

Keine Evakuierungsöffnungen

Des Weiteren zeichnet sich das neue VIG laut AGC Glass Europe durch eine konstruktive Besonderheit aus. Es bietet uneingeschränkte Sicht ohne Evakuierungsöffnungen. Solche Öffnungen in der Glasfläche sind bei anderen Vakuum-Isolierglas-Lösungen notwendig, um die Luft aus dem Scheibenzwischenraum zu evakuieren.

Dank einer speziellen Produktionstechnik sind sie bei Fineo nicht erforderlich. Auch die winzig kleinen und nahezu transparenten Pillars, die die beiden Scheiben der VIG-Einheit auf Abstand halten, sind für den Betrachter bei genauem Hinsehen erst aus einer Entfernung von etwa einer Armlänge zu erkennen. Im normalen Nutzungsalltag nimmt man sie nicht wahr.

Hohe Lichttransmission

Fineo wird wie normales Isolierglas verbaut. Um auch im Übergangsbereich von Glas und Rahmen eine hoch Dämmleistung zu erzielen (Psi-Wert), muss der Einstand des Vakuum-Isolierglas in den Rahmen allerdings geringfügig tiefer sein, oder das Profil muss entsprechend umgestaltet werden. Auch bei der Tageslichttransmission kann die Produktneuheit punkten.

Laut Unternehmensangaben liegt sie um rund 15 Prozent höher als bei einer herkömmlichen Dreifachverglasung mit zwei Low-E-Schichten. Der solare Energieeintrag steige sogar um rund 30 Prozent, was in den kalten Wintermonaten die Heizkosten erheblich senke. Darüber hinaus sei die Schallschutzleistung um durchschnittlich drei Dezibel (RW + Ctr nach EN 12758) besser.

Kombination mit Funktionsgläsern

Der direkte Vergleich zwischen dem neuen Vakuum-Isolierglas Fineo (re.) von AGC Glass Europe und einem konventionell aufgebauten Dreifach-Isolierglas mit ähnlicher Wärmedämmwirkung zeigt deutlich den erheblichen Dickenunterschied. Die beiden im Standardaufbau vier Millimeter dicken Scheiben von Fineo trennt ein 0,1 Millimeter dickes Vakuum. Foto: © Vössing
Der direkte Vergleich zwischen dem neuen Vakuum-Isolierglas Fineo (re.) von AGC Glass Europe und einem konventionell aufgebauten Dreifach-Isolierglas mit ähnlicher Wärmedämmwirkung zeigt deutlich den erheblichen Dickenunterschied. Die beiden im Standardaufbau vier Millimeter dicken Scheiben von Fineo trennt ein 0,1 Millimeter dickes Vakuum. Foto: © Vössing

Das neue Vakuum-Isolierglas ist zu Beginn mit der angesprochenen Wärmeschutzbeschichtung, künftig aber auch in Kombination mit Sonnenschutzbeschichtungen erhältlich und in Neu- wie in Bestandsbauten gleichermaßen einsetzbar. AGC Glass Europe sieht für das Produkt einen echten Wachstumsmarkt in Europa.

„Es öffnet sich die Perspektive einer neuen, hochleistungsfähigen Fenstergeneration oder auch die Möglichkeit, eine entsprechende Verglasung zu überschaubaren Kosten in existierende Rahmen zu integrieren – ein Glasprodukt mit den derzeit effizientesten energetischen Eigenschaften“, erklärt Serge Martin, New Business Development Manager bei AGC Glass Europe.

Bessere Dämmung bei Überkopfverglasungen

Vorteile verspricht der Einsatz von Fineo auch bei Überkopfverglasungen und Dachfenstern. Denn während sich bei herkömmlichen Isolierglasaufbauten, insbesondere bei Zweifach-Isolierglas, bei geneigtem oder horizontalem Einbau der Wärmedämmwert für das Glas aufgrund der Konvektion des Füllgases im Scheibenzwischenraum verschlechtert, verändert er sich beim Vakuum-Isolierglas nicht bzw. bleibt stabil.

Mit den aktuell lieferbaren Maximalmaßen von 1,6 mal 2,4 Meter oder 1,5 mal 2,5 Meter bietet sich auch in diesem Einsatzfeld viel Potenzial für Fineo. Unterhalb dieser Maximalabmessungen sind die VIG-Größen frei wählbar. Die aktuell kleinste produzierbare Größe gibt AGC Glas Europe mit 0,20 mal 0,20 Meter an.

Zehn Millionen Euro Startinvestition

Kurz-Info Vakuum-Isolierglas Fineo Foto: © Vössing
Kurz-Info Vakuum-Isolierglas Fineo Foto: © Vössing

Grundlage der VIG-Produktion von AGC Glass Europe ist ein Entwicklungsabkommen zwischen dem japanischen Mutterhaus Asahi Glass Co., Ltd. (AGC) und dem Elektronikkonzern Panasonic. Damit werden das Know-how von Panasonic in der Bildschirmentwicklung und die Kompetenz von AGC in der Weiterentwicklung und Veredelung von Glas vereint.

Rund zehn Mio. Euro hat AGC Glas Europe in das Projekt allein in der Anfangsphase investiert und 20 neue Arbeitsplätze geschaffen. Derzeit werden bereits erste Kontakte mit Herstellern von Profilen und mit Fensterbau-Unternehmen verhandelt. Mit der Auslieferung der ersten Vakuum-Isoliergläser ist noch vor Beginn des Sommers zu rechnen.

Vermarktungsstart in Deutschland

Mittlerweile ist der Bau der Produktionsanlagen für das Vakuumisolierglas „Fineo“ am belgischen AGC-Standort Lodelinsart ist erfolgreich abgeschlossen. Alle Produktionsanlagen in Lodelinsart wurden installiert, getestet und mit dem ERP-System verbunden.

Aktuell laufen die letzten Feinabstimmungen der Produktionsparameter und die erforderlichen Qualitätskontrollen. Ab Juni 2019 startet AGC Interpane die Vermarktung in Deutschland, gefolgt von Österreich und der Schweiz.

Vakuum-Isolierglas „Fineo“: Über Jahrzehnte konstante Werte

www.agc-glass.eu
www.interpane.com

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