Auch wenn Leicht-Isoliergläser mit ihren dünneren Einzeischeiben nicht tatsächlich "leicht" sind, so bringt ihr deutlich geringeres Gewicht dennoch Vorteile in der Fertigung, beim Transport, bei der Montage und letztendlich auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Funktionsgläser.

Auch wenn Leicht-Isoliergläser mit ihren dünneren Einzeischeiben nicht tatsächlich "leicht" sind, so bringt ihr deutlich geringeres Gewicht dennoch Vorteile in der Fertigung, beim Transport, bei der Montage und letztendlich auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Funktionsgläser. (Foto: © Saint-Gobain Glassolutions Isolierglas-Center GmbH)

Schlankere und leichtere Verglasungen mit Climatop-Leichtgläsern

Die Leichtgläser Climatop XN Light und Extra Light von Saint-Gobain Glass ermöglichen bei vergleichbaren glastechnischen Kennwerten schlankere und leichtere Verglasungen als klassische Dreifach-Isoliergläser.

Der geringere Materialeinsatz reduziert zudem die CO2-Emissionen für die Verglasung um rund ein Viertel und leistet damit einen direkten Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Dreifach-Isoliergläser mit Ug-Werten in Größenordnungen von 0,5 bis 0,7 W/ m²K sind eine überzeugende Antwort auf die Anforderungen des modernen energiesparenden Bauens – ohne sie geht heute meist nichts mehr. Bauherren, Planer und Glasverarbeiter profitieren von den Vorteilen beim Wärmeschutz, aber der Wechsel von den Zweifach- zu den Dreifach-Verglasungen bringt auch bestimmte Herausforderungen mit sich.

Das Isolierglas im klassischen Dreifach-Aufbau (4/14/4/14/4) ist insgesamt 40 mm dick und erzeugt damit einen deutlich sichtbaren Glasfalz. Dies entspricht nicht immer der filigranen Eleganz, die sich Architekten und Bauherren vorstellen. Außerdem benötigt dieser Aufbau mit einem Glasgewicht von rund 30 kg/m² sehr belastbare und dadurch optisch meist auffällige Flügelrahmenprofile.

Schöne Optik mit dünnem Rahmen

Neue Fenstersysteme sind üblicherweise alle auf Dreifach-Isoliergläser ausgelegt – und auch leichte Isoliergläser werden in diesen Rahmen verbaut. Verwendet werden dann einfach tiefere Glashalteleisten.

Jedoch eröffnen leichte Isoliergläser auch neue Möglichkeiten: Es lassen sich besonders schlanke und filigrane Verglasungen und Rahmenprofile mit hohem Lichteinfall realisieren – wobei auch die gängigen bauphysikalischen Werte erfüllt werden. Mit Gläsern aus der Light-Serie von Saint-Gobain Glass sind auch dünnere Rahmen ausführbar. Letztlich liegt dies aber in der Hand der Profilhersteller.

Spürbare Entlastung bei der Montage

Gewichte von konventionellen Glasaufbauten. Foto: © Saint-Gobain GlassGewichte von konventionellen Glasaufbauten. Foto: © Saint-Gobain Glass

Auch die Glasverarbeiter und Fensterbauer bemerken das gestiegene Gewicht der Dreifach-Verglasungen: Bei der Herstellung des Isolierglases werden die Mitarbeiter körperlich stärker beansprucht. Wo früher bei vielen gängigen Formaten ein Mitarbeiter für die Montage ausreichte, müssen heute oft zwei Personen eingeteilt oder ein Hebezeug bereitgestellt werden.

Auf diese gestiegenen Anforderungen reagierte Saint-Gobain Glass schon vor einigen Jahren mit der innovativen Entwicklung von Leichtgläsern - aktuelle Ergebnisse sind die Serien Climatop XN Light und Extra Light.

Sie erlauben mit drei Millimeter und teilweise sogar nur zwei Millimeter dünnen Scheiben besonders leichte und schlanke Isolierglasaufbauten – ohne Abstriche beim Wärmeschutz, in der Stabilität oder bei der Sicherheit, betont der Hersteller. Zudem ergebe sich in der Werkstatt und bei der Montage ein einfacheres Handling der Gläser. Das geringere Glasgewicht schone auch die Rahmen und Beschläge, was sich mit einer längeren Lebensdauer bezahlt mache.

Kennwerte auf hohem Niveau

Ein leichtes Isolierglas Climatop XN Light im Aufbau 3/14/3/14/3 hat ein Glasgewicht von nur 22,5 kg/m². Noch leichter wird es mit Extra Light (3/14/2/14/3), das mit 20 kg/ m² eine Gewichtseinsparung von etwa einem Drittel (33 Prozent) gegenüber dem Standard-Dreifachaufbau erreicht. Es liegt damit sogar in der Größenordnung früherer Zweifach- Verglasungen. Doch was entscheidet letztlich über den Einsatz verschiedener Isoliergläser (3 x 3 mm bzw. 2 x 3 und 1 x 2 mm)?

Wichtige Entscheidungskriterien sind die vorgesehenen Anwendungen und die statische Bemessung. Dabei stellt sich die Frage, ob ein spezieller Sonnenschutz benötigt wird, und auch die erwünschten U- und g- Werte sind bei der Planung zu berücksichtigen. Zudem fallen die Dimension der Isolierglaseinheit insgesamt ins Gewicht sowie die individuellen Gegebenheiten am Einbauort, z.B. Windlasten.

Für Neubau und Sanierung geeignet

Der leichtere Isolierglasaufbau ist ohne Abstriche bei den bauphysikalischen Kennwerten möglich. Mit Ug-Werten von 0,5 bis 0,7 W/m²K, je nach Beschichtung und Gasfüllung, ist eine zeitgemäß hohe Wärmedämmung sichergestellt. Der Tageslicht- und der Gesamtenergiedurchlass sind sogar etwas höher als im Standardaufbau von Dreifach-Isolierglas. Trotz des geringeren Glasgewichts werden außerdem vergleichbare Schalldämm-Maße Rw für die Fenster erreicht.

Mit ihren hervorragenden technischen Werten eignen sich die dünnen Gläser laut Saint-Gobain Glass für alle gängigen Anwendungen im Neubau und bei der Modernisierung. Speziell im Wohnungsbau können je nach Einbausituation Glasgrößen bis zu 1.400 x 2.200 mm und damit rund 85 Prozent der üblichen Einbaumaße angeboten werden.

Auch bei der Wiederherstellung historischer Fenster punkten die schlanken Isoliergläser, da mit Ihnen zum Beispiel die Proportionen ursprünglicher Flügelrahmen bewahrt werden können und die Anmutung des Fensters erhalten bleibt.

Leichtes ESG und VSG

Komponenten der Climatop Light-Serie und deren Glasgewicht im Vergleich zu konventionellen Gläsern. Foto: © Saint-Gobain GlassKomponenten der Climatop Light-Serie und deren Glasgewicht im Vergleich zu konventionellen Gläsern. Foto: © Saint-Gobain Glass

Ebenso sind moderne Sicherheitsanwendungen möglich, denn Leichtgläser lassen sich wie gewohnt zu Einscheibensicherheitsglas (ESG) und Verbundsicherheitsglas (VSG) verarbeiten. VSG kann aus Gläsern mit einer Einzelglasdicke von nur zwei Millimetern hergestellt werden und wiegt dann nur 10 kg/m², ein Drittel weniger als konventionelles VSG mit sechs Millimeter Dicke (15 kg/ m²).

Leichtes ESG ist sogar nur drei Millimeter dick und wiegt nur 7,5 kg/m². Dennoch sind mit dem Leichtgäsern Sicherheitsfenster bis zur Widerstandsklasse RC-2 möglich.

Übliche Verarbeitung

Leichtglas ist so robust wie herkömmliches Glas und kann grundsätzlich genauso verarbeitet werden. In den Abläufen und bei der Gerätetechnik gibt es also keinen Unterschied. Das leichte Glas ist jedoch die bessere Wahl, wenn es per Hand bewegt werden muss. In den gängigen Fensterformaten kann eine Person allein die Verglasung in den Rahmen stellen oder den Flügel am Einbauort einhängen.

Das entlastet die Mitarbeiter und erhöht ihre Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig sinken die Montagezeiten und der Aufwand für maschinelle Hebezeuge. Selbst der Transport wird günstiger, weil mehr Elemente bis zum zulässigen Gesamtgewicht des Fahrzeugs geladen werden können bzw. die weniger schwer beladenen Fahrzeuge auf dem Weg zum Einbauort weniger Kraftstoff benötigen, betont Saint-Gobain Glass.

Überzeugt sind auch die Verarbeiter aus dem Netzwerk der Climaplus-Securit-Partner, die bereits Erfahrungen im Umgang mit Leichtglas haben. Dünne und leichte Gläser bilden einen wichtigen Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie von Saint-Gobain. Durch die Verwendung wird der Materialeinsatz über den gesamten Lebensweg eines Produkts deutlich verringert – von der Herstellung über den Transport bis hin zur Verarbeitung.

Im Vergleich mit konventionellen Produkten sinken die CO2-Emissionen bis zu einem Viertel. Damit können Leichtgläser zum nachhaltigen Bauen beitragen und auch bei der Zertifizierung von Gebäuden positiv ins Gewicht fallen.


Weitere Informationen: Den bebilderten Fachartikel als PDF-Datei herunterladen: Schlankere und leichtere Verglasungen mit Climatop-Leichtgläsern

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