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FASSADE - Aktuell | Mai 2026
Baubranche 2026
Bilanz nach einem Jahr Koalitionsvertrag. Was wurde bisher umgesetzt, was steht noch an?
Die Sanierungsquote im deutschen Wohngebäudebestand ist 2025 auf einen historischen Tiefstand von 0,67 Prozent gesunken. Die energetisch schlechtesten Gebäude der Effizienzklassen G und H sind für 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des Gebäudesektors verantwortlich. (Foto: © Vössing)
Mai 2026
Angesichts des Energiepreisanstiegs fordert der Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) die energetische Gebäudesanierung als Baustein der Versorgungssicherheit in das Maßnahmenpaket Energiepolitik des Bundeswirtschaftsministeriums aufzunehmen.
"Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung enthält zwar Instrumente zur Stärkung der Angebotsseite – EEG-Novelle, Netzausbau, Kraftwerksstrategie. Eine Antwort auf die Frage, wie der Energiebedarf gesenkt werden kann, fehlt jedoch", sagt Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des BuVEG.
Das Bundeswirtschaftsministerium beziffert im Maßnahmenpaket die jährlichen Redispatchkosten, das sind die Kosten für netzstabilisierende Eingriffe, bei denen Kraftwerke ihre Einspeisung ändern, um Netzengpässe zu beheben, auf rund drei Milliarden Euro.
Diese Kosten können laut BuVEG durch reduzierten Energieverbrauch im Gebäudebestand mittels einer Sanierungsstrategie vermieden werden. Investitionen in die energetische Sanierung der Immobilien von Bürgerinnen und Bürgern kämen somit der Bevölkerung unmittelbar zugute.
"Wer Gebäude energetisch saniert, reduziert den Energieverbrauch dauerhaft – unabhängig von Heizungsform und dem Erfolg des Netzausbaus. Gerade in Regionen, in denen der Netzausbau unwirtschaftlich ist, sind Dämmung, neue Fenster und weitere energetische Sanierungen an der Gebäudehülle die volkswirtschaftlich sinnvollere Lösung. Ein vollständiges Maßnahmenpaket zur Energiepolitik muss daher die Angebots- und Nachfrageseite zusammendenken", so Hinrichs abschließend.
Die Sanierungsquote im deutschen Wohngebäudebestand ist 2025 auf einen historischen Tiefstand von 0,67 Prozent gesunken. Die energetisch schlechtesten Gebäude der Effizienzklassen G und H sind für 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des Gebäudesektors verantwortlich. Eine Verdreifachung der Sanierungsquote wäre notwendig, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen.
Der BuVEG – Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e.V. repräsentiert alle an der Gebäudehülle beteiligten Bauprodukte. Dazu gehören Hersteller von Steinen, Dämmstoffen, Fenstern und Türen, Fassaden und Putzsystemen. Er bündelt die Interessen und das Fachwissen seiner Mitglieder und bringt beides in den Austausch mit Politik, Verbänden, Medien und NGOs ein.
Weitere Informationen: www.buveg.de
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