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Konjunktur: Bauwirtschaft startet verhalten ins neue Jahr

FASSADE - Aktuell

März 2021

"Die Bauwirtschaft ist nicht so dynamisch ins Baujahr 2021 gestartet wie im Vorjahr. Im Januar hat der Umsatz im Wohnungsbau um 26 Prozent zum Vorjahr nachgegeben."

So kommentierte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), die vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Zahlen zur Baukonjunktur im Januar 2021.

Und weiter: "Hier zeigt sich, dass wir im Dezember im Wohnungsbau wegen der auslaufenden Absenkung der Mehrwertsteuer einen deutlichen Vorzieheffekt gesehen haben. Viele Bauvorhaben wurden noch fertiggestellt und abgerechnet. Das Pendel schlägt jetzt zurück."

Langfristig eine weiter hohe Nachfrage

"Hinzu kommt ein Rückgang der geleisteten Stunden insgesamt um knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Obwohl der Auftragsbestand insgesamt ein Rekordniveau hat, haben das Winterwetter und zwei Arbeitstage weniger uns hier spürbar ausgebremst."

"Die Order im Wohnungsbau zeigen allerdings langfristig eine weiter hohe Nachfrage, sodass sich hier die Bautätigkeit in den kommenden Monaten wieder intensivieren wird. Auch im Wirtschaftshochbau sehen wir zu Beginn des Jahres, mit einem Plus von knapp drei Prozent, wieder etwas Belebung nach der verhaltenen Entwicklung im Vorjahr. Ob das angesichts der Einschnitte wegen der dritten Corona-Welle so bleibt, werden erst die kommenden Monate zeigen", führte Pakleppa weiter aus.

Schlüsselfunktion der öffentlichen Hand

Der Hauptgeschäftsführer des größten Branchenverbandes der Bauwirtschaft machte auf die Schlüsselfunktion der öffentlichen Hand aufmerksam: "Die öffentlichen Auftraggeber haben im Januar mit einem Ordervolumen von ca. 1,8 Mrd. Euro das verhältnismäßig hohe Vorjahresniveau um gut acht Prozent verfehlt. Hier brauchen wir in den nächsten Wochen und Monaten deutlich mehr Engagement und ein anhaltend hohes Niveau an Investitionen."

"Nur so lösen wir den Investitionsstau auf und stützen gleichzeitig die Konjunktur. Die Kommunen werden aber dazu auch in diesem Jahr zusätzliche Mittel brauchen. Sonst besteht die Gefahr, dass ihre Mindereinnahmen wegen der Corona-Pandemie zu Lasten der Investitionsbudgets gehen", so Pakleppa abschließend.

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe erreichte nach den Daten des Statistischen Bundesamtes im Januar in den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten insgesamt ca. 4,2 Mrd. Euro und damit ein Minus von ca. 14 Prozent. Das Ordervolumen lag insgesamt bei knapp 6,4 Mrd. Euro und damit etwa auf dem hohen Vorjahresniveau (-1,2 Prozent). Das Volumen im Vorjahr war noch nicht durch die Corona-Pandemie gezeichnet.

Weitere Informationen: www.zdb.de

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