Gut besucht: die achte Impulsveranstaltung, zu der Brüninghoff nach Essen auf Zeche Zollverein einlud.

Gut besucht: die achte Impulsveranstaltung, zu der Brüninghoff nach Essen auf Zeche Zollverein einlud. (Foto: © Brüninghoff)

Impulsveranstaltung von Brüninghoff: Bauen im Wandel

„Bauwirtschaft im Wandel – Wie ressourceneffizient planen wir Gebäude für das Bauen von morgen?“ – das war das Thema der achten Impulsveranstaltung von Brüninghoff.

Der Projektbauspezialist hatte hierzu nach Essen auf Zeche Zollverein eingeladen. Vorträge namhafter Referenten beleuchteten aktuelle Herausforderungen und zukünftige Veränderungen der Baubranche und zeigten Lösungsansätze auf.

Logistische und kostenrelevante Fragen

Die Referenten der achten Impulsveranstaltung von Brüninghoff: Jan Andreas Reeg (Gründer und Geschäftsführer von rundzwei Architekten BDA), Harry Gatterer (Trendforscher, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts und Experte für „New Living“) sowie Architektin Anja Rosen (Lehrbeauftragte an der Bergischen Universität Wuppertal und DGNB-Auditorin bei der energum GmbH) mit Brüninghoff-Geschäftsführer Frank Steffens.(v.l.n.r.). Foto: © Brüninghoff
Die Referenten der achten Impulsveranstaltung von Brüninghoff: Jan Andreas Reeg (Gründer und Geschäftsführer von rundzwei Architekten BDA), Harry Gatterer (Trendforscher, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts und Experte für „New Living“) sowie Architektin Anja Rosen (Lehrbeauftragte an der Bergischen Universität Wuppertal und DGNB-Auditorin bei der energum GmbH) mit Brüninghoff-Geschäftsführer Frank Steffens.(v.l.n.r.). Foto: © Brüninghoff

Neben dem Beitrag zur Energiewende zählt der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Recycling und Wiederverwertung – beispielsweise von mineralischen Baustoffen – bieten ein beachtliches Potential. In diesem Kontext stellte Architektin Anja Rosen, Lehrbeauftragte an der Bergischen Universität Wuppertal und DGNB-Auditorin bei der energum GmbH, das Projekt „Rathaus Korbach“ vor.

Hier soll modellhaft gezeigt werden, wie beim Teilneubau des Gebäudes Materialien aus dem Abbruch des alten Bestands genutzt werden können. Ressourcenschonend werden diese in den Neubau integriert. Dabei müssen bereits vor dem Abbruch Proben entnommen werden, um die Eignung der Bausubstanz zu prüfen und so auf das Recyclingpotential zu schließen.

Des Weiteren wird der Bedarf an RC-Gesteinskörnung für den Neubau ermittelt und berechnet, welcher Anteil mit dem Bestand abgedeckt werden kann. Rosen ging in diesem Zusammenhang auch auf logistische und kostenrelevante Fragen ein. Und die Architektin denkt weit voraus: Alle Konstruktionen werden so geplant, dass spätere Generationen das Rathaus wieder als „urbane Mine“ nutzen können.

Nachhaltigkeit und modernes Design

Jan Andreas Reeg, Gründer und Geschäftsführer von rundzwei Architekten BDA, hielt einen Vortrag mit dem Titel „Wo sich Nachhaltigkeit und modernes Design treffen: Das Korkenzieherhaus. Foto: © Brüninghoff
Jan Andreas Reeg, Gründer und Geschäftsführer von rundzwei Architekten BDA, hielt einen Vortrag mit dem Titel „Wo sich Nachhaltigkeit und modernes Design treffen: Das Korkenzieherhaus. Foto: © Brüninghoff

Im Anschluss zeigte Jan Andreas Reeg, Gründer und Geschäftsführer von rundzwei Architekten BDA, anhand des Korkenzieherhauses in Berlin auf, wie sich Nachhaltigkeit und modernes Design in Einklang bringen lassen. Bei der Planung mussten gleich mehrere Herausforderungen gelöst werden. So war baurechtlich nur ein Vollgeschoss auf dem Grundstück erlaubt, das jedoch für die Bauherrin nicht ausreichend war.

Daher legten die Architekten einen Teil des Wohnhauses quasi unter die Erde. Sie ordneten mehrere Teilebenen spiralförmig um das Treppenhaus an und sorgten auf diese Weise für die geforderte Wohnfläche. Zudem sollte ein nachhaltiger, umweltschonender Bau mit gesundem Wohnklima realisiert werden. Für den Sockel, auf dem sich das Untergeschoss befindet, wurde Stampfbeton eingesetzt.

Darauf aufbauend steht eine reine Holzkonstruktion. Ihre Wände sind mit Holzfasern und Cellulose gedämmt. Das Projekt kommt ohne Kleber und Bauschäume aus – stattdessen sind rein mechanische Verbindungen eingesetzt, sodass alle Bauteile ohne großen Energieaufwand wieder in ihre Einzelteile zerlegt werden können.

Vorteile des Materials

Einblicke in die zu erwartenden Raumbedürfnisse einer post-digitalen Gesellschaft gab Trendforscher, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts und Experte für „New Living“ Harry Gatterer. Foto: © Brüninghoff
Einblicke in die zu erwartenden Raumbedürfnisse einer post-digitalen Gesellschaft gab Trendforscher, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts und Experte für „New Living“ Harry Gatterer. Foto: © Brüninghoff

Seinen besonderen Charakter trägt das Gebäude über das Fassadenmaterial nach außen: Dach und Fassade sind mit Korkplatten versehen. Reeg ging in seinem Vortrag auch auf die Vorteile des Materials ein.

So ist Kork ein zu 100 Prozent nachhaltiger und nachwachsender Rohstoff, der von Natur aus schädlings- und schimmelresistent ist. Bei der Herstellung des Fassadenmaterials kommen keine Zusatzstoffe zum Einsatz. Die benötigte Prozessenergie wird dabei zu 93 Prozent aus den Korkresten selbst generiert.

Permanenter Wandel

Bauen wird sich auch zukünftig neuen Rahmenbedingungen und Anforderungen stellen müssen, sodass die Branche einem permanenten Wandel unterworfen ist. Einblicke in die zu erwartenden Bedürfnisse einer post-digitalen Gesellschaft gab Trendforscher, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts und Experte für „New Living“ Harry Gatterer.

Architektin Anja Rosen, Lehrbeauftragte an der Bergischen Universität Wuppertal und DGNB-Auditorin bei der energum GmbH, stellte das Projekt „Rathaus Korbach“ und den möglichen Wiedereinsatz von Abbruchmaterialien beim Neubau vor. Foto: © Brüninghoff
Architektin Anja Rosen, Lehrbeauftragte an der Bergischen Universität Wuppertal und DGNB-Auditorin bei der energum GmbH, stellte das Projekt „Rathaus Korbach“ und den möglichen Wiedereinsatz von Abbruchmaterialien beim Neubau vor. Foto: © Brüninghoff

Längst hat das digitale Leben den Desktop-Computer hinter sich gelassen – Bildschirme in jeglicher Form sind omnipräsent. Digitale und analoge Realität verschmelzen zunehmend. Künstliche Intelligenz hat jedoch auch ihre Grenzen, wie Gatterer anschaulich in seinem Vortrag anhand von Bildern visualisierte.

Positiver Blick auf das Alter

Während eine starke Konzentration auf neue Technologien stattfindet, steht die älter werdende Gesellschaft im Schatten und wird unterschätzt. Unter dem Begriff „Pro-Aging“ warf Gatterer in seinem Vortrag einen positiven Blick auf das Alter und zeigte auf, dass Menschen in der zweiten Lebenshälfte eine andere Sicht auf Leistung, Wachstum und Innovation haben. Die Kombination aus Erfahrungsschatz und Gelassenheit bietet ein enormes Potential.

Den rund 90 teilnehmenden Architekten, Planern und Investoren wurden mit der achten Impulsveranstaltung von Brüninghoff wieder aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen aufgezeigt – und ein Impuls für Dialog und Diskussion gegeben wie der anschließende rege Austausch der Teilnehmer vor Ort zeigte.

www.brueninghoff.de

Kommentar schreiben

Das könnte Sie auch interessieren: