Zahlreiche spannende Fachvorträge erlebten die Teilnehmer beim 4. Fachdialog Fassadenplanung.

Zahlreiche spannende Fachvorträge erlebten die Teilnehmer beim 4. Fachdialog Fassadenplanung. (Foto: © Mediashots/Wicona)

4. Fachdialog Fassadenplanung: Grüne Fassaden

FASSADE - Aktuell

November 2019

„Alles im grünen Bereich – zukunftsfähige Fassadenkonzepte“: Unter diesem Motto hatten die NEXT Partner Wicona, HD Wahl und Rieder am 15. Oktober 2019 zum 4. Fachdialog Fassadenplanung in das NEXT Studio nach Frankfurt eingeladen.

Bei der ausgebuchten Veranstaltung waren zahlreiche Architekten, Fassadenplaner und Metallbau-Experten mit dabei und erlebten ein spannendes Vortragsprogramm mit renommierten Rednern.

Nach der Begrüßung durch Moderator Martin Prösler erwartete die Teilnehmer direkt das erste Highlight: In seinem Vortrag schilderte Martin Bernhardt (Bernhardt + Partner Architekten) auf eindrucksvolle Weise die Planung und den Bau des Hauses der Architektur in Heidelberg.

Dabei verzichteten die Planer komplett auf das Zeichnen von Plänen – die gesamte Realisierung des mit einer hoch komplexen geknickten, verdrehten und teils elysischen Blechfassade ausgestatteten Bauwerks erfolgte anhand eines eigens entwickelten 3D-Datenmodells.

Nachhaltige Kreislaufwirtschaft

Inspiriert sei die Gebäudeform – so erklärte der Architekt – von einer Galaxie im Weltraum. Beschichtet wurde die Fassade übrigens mit einer hochwertigen Duraflon Oberfläche von HD Wahl. Auch beim nicht weniger imposanten und ebenfalls DGNB-zertifizierten Bauwerk ESO Supernova verzichteten die Architekten aufs klassische Zeichnen. Hier lieferte eine Sternenexplosion die Idee zur Gebäude- und Fassadengestaltung.

Dr.-Ing. Jan Wurm (Arup) referierte über biobasierte Lösungen für die Fassade von Morgen. Foto: © Mediashots/Wicona
Dr.-Ing. Jan Wurm (Arup) referierte über biobasierte Lösungen für die Fassade von Morgen. Foto: © Mediashots/Wicona

Im Anschluss referierte Dr.-Ing. Jan Wurm (Arup) über biobasierte Lösungen für die Fassade von Morgen. Im Zuge der weltweiten Rohstoffknappheit bei gleichzeitig zunehmendem Bedarf an Wohnraum sei es unerlässlich, besser und verantwortungsvoller zu bauen und dabei konsequent Ressourcen zu sparen, so der Referent.

Der Weg dahin: eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Dabei spiele der Einsatz neuer, nachhaltiger Materialien in der Baubranche eine zentrale Rolle, so Jan Wurm. Dazu stellte er innovative Forschungsprojekte vor – zum Beispiel den Einsatz des Pilzes Myzelium bei der Entwicklung eines nachhaltigen Bio-Verbundstoffes für die Fassade.

Nutzung der Stadt als "urbane Mine"

Auf Einladung der Rieder Gruppe referierte darauf folgend Dr.-Ing. Christian Bergmann (Hadi Teherani) und stellte unter dem Titel "Innovationsprozesse bei Planung und Bau von Fassaden" einige beeindruckende Projekte des renommierten Büros vor. Darunter das mit 30 Prozent begrünter Fassadenfläche geplante Wohngebäude Neckarpark in Stuttgart.

Wicona Geschäftsführer Dr. Werner Jager zeigte den Anwesenden im Anschluss eindringlich auf, wie notwendig eine Kreislaufwirtschaft und die Nutzung der Stadt als "urbane Mine" zukünftig sein werden. In diesem Zusammenhang erläuterte er die Strategie des Systemgebers, zukünftig 100 Prozent des benötigten Aluminiums aus recyceltem Material herzustellen ("Ich war schon mal ein Fenster").

Diese einzigartige Aluminiumlegierung Hydro Circal 75R wird bereits in zahlreichen internationalen und nationalen Projekten eigesetzt. In diesem Zusammenhang erläuterte Thomas Geißler (Medicke Metallbau) in seinem Baustellenbericht die umfangreiche Fassadensanierung am DIN-Institut in Berlin.

Nachhaltigkeit: Kombination aus Qualität und Zukunftsfähigkeit

Zum Abschluss des gelungenen Fachdialoges sprach Dr. Christine Lemaitre (DGNB) über die Arbeit und Strategie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen sowie das Ziel, nachhaltige Gebäude zukünftig zum "neuen Normal" zu machen.

Nachhaltigkeit sei die Kombination aus Qualität und Zukunftsfähigkeit, so die Referentin. Mehr als 5000 Gebäude weltweit habe man in den letzten Jahren bereits zertifiziert und das Umweltbewusstsein steige zunehmend, so Dr. Christine Lemaitre. Hier müsse man zukünftig weiter ansetzen und das Ziel verfolgen "bessere Gebäude zu bauen".

Den Ausklang des Abends bildete ein entspanntes Get-Together, das die Teilnehmer zum intensiven Erfahrungsaustausch nutzten. Der nächste Fachdialog Fassadenplanung wird im Frühjahr 2020 im NEXT Studio stattfinden.

www.next-studio.de

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