R+T Innovationspreis 2027: Eine Bühne für Pioniergeist
Der R+T Innovationspreis zeichnet seit 1991 herausragende Entwicklungen in der Rollladen-, Tor- und Sonnenschutzbranche aus. Annabell Herwarth und Chrisoula Lazaridou aus dem R+T-Team sind für die Organisation und Umsetzung des renommierten Branchenpreises verantwortlich.
Im Gespräch erläutern sie, was Bewerber erwartet, nach welchen Maßstäben die Jury entscheidet und was sie persönlich an der Preisverleihung begeistert.
RTS: Der R+T Innovationspreis ist seit über 30 Jahren eine feste Größe. Worin liegt seine besondere Wirkung – und seit wann sind Sie selbst beteiligt?
Annabell Herwarth: Seit 2020 begleite ich den Innovationspreis und bin immer wieder beeindruckt von der Dynamik und Kreativität unserer Branche. Die R+T ist seit jeher eine Plattform für Innovationen: Mehr als 80 Prozent der Unternehmen entwickeln ihre Neuheiten gezielt zur Messe und präsentieren sie dort einem internationalen Fachpublikum. Der Innovationspreis macht diese Innovationskraft noch sichtbarer. Die ausgezeichneten Produkte können während der gesamten Messe direkt an den Ständen der Aussteller live erlebt und geprüft werden. Diese Verbindung aus offizieller Auszeichnung und unmittelbarer Praxiserfahrung ist etwas ganz Besonderes.
Chrisoula Lazaridou: Ich bin seit 2022 Teil des Teams und durfte bereits die Ausgabe 2024 aktiv mitgestalten – ein echtes Rekordjahr. Mit 125 Einreichungen von 79 Unternehmen haben wir so viele Bewerbungen erhalten wie nie zuvor. Das unterstreicht eindrucksvoll die Bedeutung des Preises für die Branche.
RTS: Die Jury besteht aus 20 anerkannten Branchenexperten. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit – und welche Kriterien sind bei der Bewertung entscheidend?
Annabell Herwarth: Die Jurysitzungen sind für mich ein echtes Highlight. Unterschiedliche Perspektiven von Branchenexperten, Verbandsvertretern und Fachjournalisten treffen aufeinander – das führt zu intensiven und fachlich fundierten Diskussionen. Oft wird engagiert darüber debattiert, welche Innovation das größere Marktpotenzial besitzt oder welchen Mehrwert sie für Anwender schafft.
Bewertet wird unabhängig und anhand klar definierter Kriterien. Im Mittelpunkt stehen Innovationsgrad, Benutzerfreundlichkeit und Marktchancen. Auf unserer Website stellen sich die Jurymitglieder übrigens auch persönlich vor – inklusive der Frage, welche Innovation der letzten 100 Jahre sie gern selbst erfunden hätten. Das zeigt, mit wie viel Leidenschaft und Kompetenz sie ihre Aufgabe wahrnehmen.
Bereits seit 1991 zeichnet der R+T Innovationspreis herausragende Entwicklungen in der Rollladen-, Tor- und Sonnenschutzbranche aus. Foto: © Landesmesse StuttgartRTS: Wie läuft der Prozess von der Einreichung bis zur Preisverleihung ab?
Chrisoula Lazaridou: Teilnahmeberechtigt sind alle Aussteller der R+T 2027. Das eingereichte Produkt darf frühestens seit der letzten Messe 2024 am Markt verfügbar sein. Es muss bei der Bewerbung noch nicht vollständig serienreif sein – auch Prototypen oder marktreife Konzepte sind willkommen. So geben wir bewusst auch zukunftsweisenden Entwicklungen eine Chance.
Das Auswahlverfahren ist zweistufig: In einer Vorjurierung nominiert die Kernjury die überzeugendsten Innovationen in insgesamt zehn Kategorien – darunter Tore, Sonnenschutz, Antriebe, Gebäudeautomation, Smart Home, App-Lösungen, Outdoor-Produkte, Arbeitshilfen und Sonderlösungen. Mehrere Auszeichnungen pro Kategorie sind möglich, ebenso Sonderpreise. Für die finale Jurierung reichen die Nominierten ein Video ein, das den USP ihrer Innovation klar herausstellt. Auf dieser Basis entscheidet die gesamte Jury über die Preisträger.
RTS: Mit welchen aktuellen Herausforderungen sieht sich die Branche konfrontiert – und welche Impulse erhoffen Sie sich von den Einreichungen?
Annabell Herwarth: Themen wie Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Smart-Home-Integration oder serielles Bauen prägen die Branche derzeit stark. Wir erwarten Lösungen, die diese Entwicklungen aktiv aufgreifen und neue Maßstäbe setzen – sei es durch ressourcenschonende Materialien, intelligente digitale Services oder exzellentes Design. Für Unternehmen bietet eine Bewerbung enorme Vorteile: Ausgezeichnete Produkte werden prominent auf der Messe präsentiert, in Fachmedien vorgestellt und über unsere Kommunikationskanäle verbreitet. Zudem dürfen Preisträger das Logo des Innovationspreises für ihre Marketingmaßnahmen nutzen – ein starkes Signal für Qualität und Innovationskraft.
RTS: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei der Bewertung der Innovationen – und wie spiegelt sich dieser Anspruch konkret im Auswahlprozess wider?
Annabell Herwarth: Nachhaltigkeit ist für uns längst ein integraler Bestandteil von Innovation – kein optionales Zusatzkriterium. Die Jury betrachtet sehr genau, inwiefern ein Produkt Ressourcen schont, Energie effizient nutzt oder durch seine Konstruktion zur Langlebigkeit beiträgt. Auch Materialwahl, Reparatur- und Recyclingfähigkeit bis hin zu Re-Use-Konzepten fließen in die Bewertung ein. Besonders spannend sind Lösungen, die ökologische Verantwortung mit hoher Funktionalität und ansprechendem Design verbinden. Nachhaltigkeit zeigt sich dabei nicht nur im Produkt selbst, sondern auch in der gesamten Wertschöpfungskette.
Chrisoula Lazaridou: Die Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Branche wächst kontinuierlich, etwa durch modulare Bauweisen, digitale Services zur Optimierung von Energieverbräuchen oder innovative Konzepte zur Kreislaufwirtschaft. Das spiegelt sich auch in den Einreichungen wider. Seit 2021 hat die Jury zudem die Möglichkeit, einen Sonderpreis Nachhaltigkeit zu vergeben. Damit kann sie Produkte, die in puncto Nachhaltigkeit besonders herausragen, zusätzlich auszeichnen und ihre Vorbildfunktion für die gesamte Branche unterstreichen. Das setzt für uns ein klares Signal: Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Trend, sondern ein zentraler Innovationstreiber.
RTS: Welchen Rat geben Sie Unternehmen, die eine Bewerbung in Erwägung ziehen?
Chrisoula Lazaridou: Die Bewerbungsphase läuft seit Februar 2026, Einsendeschluss ist der 11. September 2026. Die Preisverleihung findet am 14. Februar 2027 – traditionell am Vorabend des ersten Messetages – statt. Mein Rat: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für Ihre Bewerbung und formulieren Sie den USP Ihrer Innovation klar und präzise. Was unterscheidet Ihr Produkt vom Wettbewerb? Welchen konkreten Mehrwert bietet es? Je deutlicher diese Punkte herausgearbeitet sind, desto überzeugender ist die Einreichung. Nutzen Sie die Chance – die Bühne der R+T bietet enorme Sichtbarkeit!
RTS: Inwiefern trägt der Innovationspreis dazu bei, den internationalen Austausch und die globale Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken?
Annabell Herwarth: Die R+T ist eine internationale Leitmesse mit Besuchern aus aller Welt. Der Innovationspreis fungiert hier als zusätzlicher Qualitätsindikator. Ausgezeichnete Produkte rücken automatisch in den Fokus eines globalen Fachpublikums – das erleichtert den Markteintritt in neue Länder und schafft Vertrauen bei internationalen Partnern. Gleichzeitig entsteht durch die Vielfalt der Einreichungen ein spannender Vergleich unterschiedlicher Innovationsansätze aus verschiedenen Märkten.
Chrisoula Lazaridou: Gerade für mittelständische Unternehmen oder Newcomer kann die Auszeichnung ein Türöffner sein. Sie signalisiert Innovationsstärke und Verlässlichkeit über nationale Grenzen hinweg. Zudem fördert der Preis den fachlichen Dialog: Während der Messe entstehen rund um die prämierten Produkte zahlreiche Gespräche zwischen Herstellern, dem Fachhandwerk, Planern, Architekten und Investoren. Dadurch wirkt der Innovationspreis weit über die eigentliche Preisverleihung hinaus als Impulsgeber für die internationale Vernetzung der Branche.
RTS: Welche Erinnerungen aus den vergangenen Ausgaben sind Ihnen besonders präsent geblieben?
Annabell Herwarth: Mich beeindruckt immer wieder die Vielfalt der ausgezeichneten Unternehmen – vom internationalen Marktführer über innovative Mittelständler bis hin zu jungen Brancheneinsteigern. Das zeigt: Innovationskraft ist keine Frage der Unternehmensgröße. Besonders spannend ist jedes Jahr der Tag des Bewerbungsschlusses. Manche Einreichungen treffen buchstäblich in den letzten Minuten ein – da steigt die Spannung noch einmal deutlich.
Chrisoula Lazaridou: Die Preisverleihung 2024 war für mich ein ganz besonderer Moment. Wenn die Gewinner bekanntgegeben werden und sich Freude und Stolz in ihren Gesichtern spiegeln, ist das sehr bewegend. Diese besondere Atmosphäre prägt nicht nur den Abend selbst, sondern ist auch während der gesamten Messe spürbar.
RTS: Vielen Dank für das Gespräch!
Weitere Informationen: messe-stuttgart.de
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