Foto: © Mediashots / WICONA
FASSADE - Aktuell | Juni 2026
Fassade macht Zukunft
Der Fachdialog Fassadenplanung "Zukunft Fassade" im NEXT Studio in Frankfurt zeigte innovative Konzepte an der Schnittstelle von Forschung und gebauter Praxis.
Laut Bundesumweltamt sind rund 18 Prozent der Einwohner von nächtlichem und 26,3 Prozent von ganztägigem Lärm betroffen. Rollläden können den Lärmschutz verbessern, aber nicht alle sind geeignet. (Foto: © Schanz)
Mai 2025
Welch himmlische Ruhe – die Redensart kommt nicht von ungefähr und macht deutlich, wie gut es tut, sich lästiger und im schlimmsten Fall gesundheitsschädlicher Dauerbeschallung zu entziehen. Denn die ist heutzutage nahezu allgegenwärtig.
Laut Bundesumweltamt ergab die Lärmkartierung 2022, dass rund 18 Prozent der Bevölkerung von nächtlichem und 26,3 Prozent von ganztägigem Lärm betroffen sind. Dabei ist der Straßenverkehr die verbreitetste Lärmquelle. Zu einem wirkungsvollen Luftschallschutz können auch Rollläden maßgeblich beitragen, deren diesbezügliche Fähigkeiten oft unterschätzt werden.
Luftschall betrifft die Schallwellen, die sich - anders als der Körperschall - über die Luft ausbreiten. Die Luftschalldämmung bezeichnet also den Widerstand eines Bauteils gegen die Übertragung von Luftschall. Dadurch reduziert sich die Lautstärke von Außengeräuschen im Gebäudeinneren.
Doch nicht alle Rollläden eignen sich gleichermaßen, den Schallschutz von Fenstern nennenswert zu erhöhen. Entscheidend sind v.a. das Material und eine fachgerechte Ausführung. Experte Steffen Schanz vom gleichnamigen Schwarzwälder Rollladenhersteller erklärt, worauf es ankommt:
Je höher das Gewicht des Rollladenpanzers, desto größer die Barriere, die das Eindringen von Schallwellen in den Wohnraum verhindern. "Geeignet sind v. a. Rollläden aus stranggepresstem Aluminium, die durch ihre dicke Wandung schwerer und stabiler sind als dünngewandete rollgeformte Ausführungen und Varianten aus Kunststoff", so Steffen Schanz. Ausgeschäumte Profile verstärken die schalldämmenden Eigenschaften zusätzlich.
Der Abstand zwischen Fenster und Rollladen muss mindestens fünf Zentimeter betragen, damit diese nach dem Prinzip des Doppelwandeffektes unabhängig voneinander schwingen können. Bei einem Abstand von 10-14 Zentimetern reduziert sich der Schall um ca. 10 dB. Bei einem Schallschutzfenster der Klasse III lässt sich so der Dämmwert von 38 dB auf 48 dB verbessern. Ein zu geringer Abstand zwischen den Bauteilen den Schall sogar noch verstärken.
Schienen und Ritzen lassen sich auch nachträglich mit einfachen Dichtungsbändern abdichten. Dabei sollte auch der Schlussstab auf der Fensterseite eine Dichtung erhalten. Weitere Faktoren sind eine Randdämpfung zwischen Führungsschienen und Fensterrahmen oder auch eine Rollpanzeraufhängung durch Stahlfederbügel oder ähnliche Varianten.
Oft die Achillesferse eines Fensters. Selbst kostspielige Schallschutzfenster erzielen bei unzureichend gedämmtem Kasten keine zufriedenstellende Wirkung. Beim Kauf sollte man daher auf die Erfüllung des Mindest-Schallschutzes nach DIN 4109 Beiblatt 1 Nr. 10.1.3 achten. Ältere Kästen lassen sich hingegen nur geringfügig dämmen.
Bei außenliegenden Rollladen unterscheiden sich grundsätzlich Aufsatz- und Vorbaurollläden. Aufsatz-Rollläden liegen auf dem Fenster und werden in der Regel beim Neubau oder dem Einbau neuer Fenster montiert. Vorbaurollläden eignen sich auch zur nachträglichen Montage. Vorteil: Da alle Komponenten vor dem Fenster liegen, gibt es keinen Rollladenkasten, der eine potenzielle Schallbrücke zwischen dem Innenbereich und der Außenwelt darstellt.
Grundsätzlich lassen sich alle – auch asymmetrische - Fenster mit Außenrollläden ausrüsten, auch nachträglich und auf Wunsch mit smarter Steuerung. Die Montagedauer pro Fenster dauert in der Regel nur ein paar Stunden.
Weitere Informationen: rollladen.de
Kommentar schreiben