Eine wirksame Einbruchhemmung wird durch einen innen liegenden Beschlag mit mehreren Pilzkopfzapfen erreicht.

Eine wirksame Einbruchhemmung wird durch einen innen liegenden Beschlag mit mehreren Pilzkopfzapfen erreicht. (Foto: © Nicht bei mir!)

Einbruchschutz bei Fenstern und Terrassentüren

FoWi - Aktuell

Mai 2019

Alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Egal ob Ein- oder Mehrfamilienhaus, Wohnungseigentümer oder Mieter – ein Einbruch kann jeden treffen.

Dennoch findet Einbruchschutz speziell in der Bauplanung noch zu wenig Berücksichtigung.

„Auf die Wegfahrsperre wird beim Autokauf niemand verzichten. Beim Hausbau gibt es aber kein vergleichbares Problembewusstsein, obwohl fast 45 Prozent aller Einbrüche an Sicherungstechnik scheitern“, sagt Dr. Helmut Rieche, Vorsitzender der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“, zu der sich Verbände der Sicherheitswirtschaft und die Polizei zusammengeschlossen haben.

Einfache Verhaltensregeln

Der Experte stellt klar: „Die meisten Einbrecher sind Gelegenheitstäter. Sie haben in der Regel nur einfaches Werkzeug, z.B. einen Schraubenzieher. Über Aufhebeln der Fenster, der Balkon- oder Terrassentüren dringen Einbrecher mit Vorliebe ein. Diese Schwachstellen gilt es zu schützen, damit der Traum vom neuen Heim nicht in einem Alptraum endet.“

Dr. Helmut Rieche: „Fast 45 Prozent aller Einbrüche scheitern an Sicherungstechnik.“ Foto: © Nicht bei mir!
Dr. Helmut Rieche: „Fast 45 Prozent aller Einbrüche scheitern an Sicherungstechnik.“ Foto: © Nicht bei mir!

Effektiver Schutz fängt bei einfachen Verhaltensregeln an: Angekippte Fenster und Terrassentüren sind nahezu eine Einladung für Diebe und sollten deshalb geschlossen werden. Jedoch sollte man nicht nur auf Verhaltensmaßnahmen setzen.

Den wirkungsvollsten Schutz fürs Zuhause bietet die richtige Sicherheitstechnik. Da Türen und Fenster die Schwachstellen an einem Haus oder einer Wohnung sind, benötigen sie zusätzlichen mechanischen oder elektronischen Einbruchschutz.

Einbruchschutz bei Fenstern und Fenstertüren

Einbruchhemmende Fenster werden in allen gängigen Materialien wie Holz, Kunststoff oder Metall angeboten und sind optisch nicht von üblichen Fenstern zu unterscheiden. Darüber hinaus ist die Nachrüstung vorhandener Fenster und Türen mit zertifizierter, durchwurfhemmender Sicherheitsfolie empfehlenswert.

Einbruchhemmende Verglasungen erschweren das Einschlagen von Fenstern oder Glaseinsätzen in Türen und können so auch wirksam gegen Täter schützen, die lediglich das Glas in Reichweite von Griffen zerstören wollen. Gegen die häufigste Methode, das Aufhebeln, helfen jedoch nur einbruchhemmende Beschläge und Schlösser.

Gefahren und sinnvolle Lösungen

Mit ihrer T-Form „verkrallen“ sich die Pilzkopfzapfen mit dem Rahmen und bieten so einen hohen Schutz gegen das Aufhebeln des Fensters. Foto: © Nicht bei mir!
Mit ihrer T-Form „verkrallen“ sich die Pilzkopfzapfen mit dem Rahmen und bieten so einen hohen Schutz gegen das Aufhebeln des Fensters. Foto: © Nicht bei mir!

Einfache Fensterbeschläge dienen dazu, Fenster gegen Wind und Regen geschlossen zu halten. Eine wirksame Einbruchhemmung wird erst durch einen innen liegenden Beschlag mit mehreren Pilzkopfzapfen erreicht. Mit ihrer T-Form „verkrallen“ sich die Pilzkopfzapfen mit dem Rahmen und bieten so einen hohen Schutz gegen das Aufhebeln des Fensters.

Experten können in den meisten Fällen Beschläge mit Pilzkopfzapfen auch nachträglich in Bestandsfenster montieren. Einbruchhemmende Rollläden bieten einen zusätzlichen Schutz gegen Einbrecher. Im Idealfall werden diese Rollläden mit einem Schutzmechanismus ausgestattet, der ein Hochschieben von außen verhindert.

Die Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“ informiert auf ihrer Internetseite angehende Bauherren hersteller- und produktneutral über Gefahren und sinnvolle Lösungen.

www.nicht-bei-mir.de

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