Intelligenter Sonnenschutz contra Klimaanlagen: Die Guidehouse-Studie sieht enorme Einsparpotenziale bei Kühlenergie, CO2-Emissionen und Kosten durch smarte Sonnenschutz-Lösungen.

Intelligenter Sonnenschutz contra Klimaanlagen: Die Guidehouse-Studie sieht enorme Einsparpotenziale bei Kühlenergie, CO2-Emissionen und Kosten durch smarte Sonnenschutz-Lösungen. (Foto: © ES-SO)

Sonnenschutz statt Klimaanlage

Eine Studie belegt ein enormes Einsparpotenzial an Kühlenergie, CO2-Emissionen und Kosten durch intelligente Sonnenschutz-Lösungen.

Daher fordert die europäische Dachorganisation für die Sonnenschutz-Industrie "ES-SO", automatisierten Sonnenschutz in der EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden verpflichtend vorzuschreiben.

Intelligenter Sonnenschutz hat das Potenzial, bis 2050 die Kühlenergie in Gebäuden um etwa 60 Prozent zu reduzieren – gleichbedeutend mit Einsparungen von 100 Millionen Tonnen CO2 und 285 Milliarden Euro. Dies sind die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie von "Guidehouse", einem weltweit führenden Anbieter von Beratungsdienstleistungen für den öffentlichen und gewerblichen Sektor.

Nach Angaben von ES-SO ist Guidehouse das erste Institut, das die positiven Auswirkungen des Einsatzes von Sonnenschutz mit denen von Klimaanlagen in Gebäuden vergleicht. Laut ES-SO belegt die Studie, dass Gebäude mit automatisiertem Sonnenschutz klimaresistent und energieeffizient zugleich gestaltet werden können.

Daher drängt die Dachorganisation darauf, die Guidehouse-Studie in die EPBD (European Energy Performance of Buildings Directive = EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden) einfließen zu lassen.

Kampfansage an die Überhitzung von Gebäuden

Dynamischer Sonnenschutz kann laut der Guidehouse-Studie den steigenden Bedarf an Klimaanlagen stoppen. Foto: © Solar shading, Guidehouse Germany GmbH, 5. Nov. 2021Dynamischer Sonnenschutz kann laut der Guidehouse-Studie den steigenden Bedarf an Klimaanlagen stoppen. Foto: © Solar shading, Guidehouse Germany GmbH, 5. Nov. 2021

Automatisierter Sonnenschutz ist nach Überzeugung der ES-SO das beste Mittel gegen den Klimawandel und Teil einer strukturellen Lösung. Mit den Erkenntnissen der Guidehouse- Studie drängt ES-SO die EU-Gesetzgeber, Sonnenschutz Vorrang einzuräumen, um Gebäude vor Überhitzung zu schützen – noch vor aktiver Kühlung durch den Einbau von Klimaanlagen.

Anders Hall, Präsident der ESSO: "Aktuell sind Gebäude mit einem Anteil von 40 Prozent die größten Energieverbraucher in Europa. Sie verursachen auch 36 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen.

Die beeindruckenden Ergebnisse der Guidehouse-Studie zeigen: Das Potenzial für Energieeinsparung durch die Reduzierung der Kühllast von Klimaanlagen beträgt 60 Prozent bis zum Jahr 2050. Wir dürfen also keine Zeit verlieren, Sonnenschutz als vorrangigste Lösung im Kampf gegen die Überhitzung von Gebäuden zu nutzen."

Sonnenschutz vs. Klimaanlage

Die Folge des Klimawandels sind höhere Temperaturen und länger anhaltende Hitzewellen. So lautet die Prognose, dass die Anzahl von Gebäuden mit Klimaanlagen um 60 Prozent steigt. Guidehouse stellt in der Studie die Auswirkungen des Einsatzes von Sonnenschutz und die des Einbaus von Klimaanlagen in Gebäuden gegenüber.

Die Simulation verschiedenster Szenarien zeigt deutlich: Setzt man intelligenten Sonnenschutz als erste Maßnahme noch vor der üblichen aktiven Kühlung ("bevorzugtes Szenario") ein, kann die steigende Zahl an Gebäuden mit Klimaanlagen bis 2050 gestoppt werden. Die Ergebnisse der Guidehouse-Studie zeigen, dass automatisierter Sonnenschutz gleich in mehrfacher Hinsicht einen positiven Einfluss hat – nicht nur auf unseren Planeten Erde, sondern auch auf die Gesellschaft und die Menschen.

Planet Erde: Strategie der CO2-Reduzierung
Bis 2050 könnten insgesamt ca. 100 Millionen Tonnen an Treibhausgas-Emissionen (*) vermieden werden. Dies zeigt das "bevorzugte Szenario" der Guidehouse-Studie. CO2-Emissionen von 100 Millionen Tonnen repräsentieren den jährlichen CO2-Ausstoß von 22 Millionen Autos.

Gesellschaft: Strategie "Energiesparen geht vor"
Im "bevorzugten Szenario" kann Sonnenschutz 60 Prozent der Energie im Gebäudebestand einsparen, die zur Raumkühlung benötigt wird. Laut Guidehouse-Studie ist diese Einsparung (ca. 870 Terawatt-Stunden Elektrizität) in etwa gleichbedeutend mit dem Energieverbrauch von Spanien und seinen 47 Millionen Einwohnern.

Menschen: Strategie der Kosteneffizienz
Die Studie zeigt, dass Investitionen in Sonnenschutz weit kosteneffizienter sind als aktive Kühlung von Innenräumen mit Hilfe von Klimaanlagen. Sonnenschutz könnte demnach bis zum Jahr 2050 bis zu 285 Milliarden Euro einsparen. Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt von Finnland und Luxemburg zusammen.

Von Beginn an in die Planung einbeziehen

62 Prozent Energieeinsparung sind bis 2050 möglich bei Einbau von Sonnenschutz in alle Gebäude, die Kühlung benötigen (bevorzugtes Szenario). Foto: © Solar shading, Guidehouse Germany GmbH, 5. Nov. 202162 Prozent Energieeinsparung sind bis 2050 möglich bei Einbau von Sonnenschutz in alle Gebäude, die Kühlung benötigen (bevorzugtes Szenario). Foto: © Solar shading, Guidehouse Germany GmbH, 5. Nov. 2021

Shady Attia, Professor für nachhaltige Architektur und Gebäude-Technik an der Universität Lüttich (Belgien), stellt fest: "Heute sind weniger als 50 Prozent aller Gebäude in Europa mit Sonnenschutz ausgerüstet – und davon ist der größte Teil nicht automatisiert.

Die Ergebnisse der Guidehouse-Studie bestätigen meine Überzeugung, dass Sonnenschutz eine viel bessere Lösung für unseren Planeten ist als der Einbau von Klimaanlagen. Um Gebäude klimaresistenter und gleichzeitig energieeffizienter zu gestalten, müssen wir daher dringend automatisierten Sonnenschutz von Beginn an in die Planung einbeziehen."

(*) Die CO2-Werte sind in Einklang mit den Schätzungen der EPBD und stützen sich auf das "Klimaziel 2030" der Europäischen Kommission.


Über ES-SO: ES-SO ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Brüssel (Belgien). Das Ziel von ES-SO ist es, die positiven Auswirkungen von Sonnenschutz auf das Klimamanagement von Gebäuden aufzuzeigen und so einen wichtigen Beitrag zu den ambitionierten Klimazielen der EU zu leisten.

ES-SO ist die Dachorganisation der Branchenverbände für Sonnenschutz in der EU. Die Branche beschäftigt in den 27 Mitgliedsstaaten mehr als 450.000 Mitarbeiter, und erwirtschaftet einen Umsatz von 22 Milliarden Euro jährlich. ES-SO ist in verschiedenen EU-Projekten eingebunden und agiert dort sowohl beratend als auch mitarbeitend.

www.es-so.com


Weitere Informationen: Den bebilderten Fachartikel als PDF-Datei herunterladen: Sonnenschutz statt Klimaanlage

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