Foto: © Remmers, Löningen
FASSADE - Aktuell | Oktober 2026
Praxiswissen für die Gebäudehülle
Remmers und Röben laden im November und Dezember 2026 an sechs Standorten zum Technikforum Fassade ein.
Der Fenster- und Außentürenmarkt in Deutschland wächst langsam. Der Ausblick ist nicht rosig, aber vorsichtig positiv. (Foto: © Vössing)
Oktober 2026
Der Fenstermarkt in Deutschland wächst im Jahr 2026 voraussichtlich um 2,2 Prozent. Für 2027 wird ein weiteres Wachstum von 1,5 Prozent prognostiziert.
Die Marktzahlen werden von der Heinze GmbH erhoben und gemeinsam von den Branchenverbänden Verband Fenster + Fassade (VFF), Bundesverband Flachglas (BF), Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) sowie pro-K Industrieverband langlebige Kunststoffprodukte und Mehrwegsysteme herausgegeben.
Treffen die Prognosen zu, steigt der Absatz in Fenstereinheiten (FE = 1,3 x 1,3 m) von 12,88 Mio. FE im Jahr 2025 über 13,16 Mio. FE im Jahr 2026 auf 13,35 Mio. FE im Jahr 2027. Auch der Außentürenmarkt entwickelt sich positiv: Nach 1,141 Mio. Stück im Jahr 2025 steigt die Nachfrage 2026 voraussichtlich auf 1,169 Mio. Stück (+2,5 Prozent) und 2027 auf 1,183 Mio. Stück (+1,2 Prozent).
Die Prognose berücksichtigt, aufbauend auf dem bisherigen Erhebungsmodell, die aktuellen Entwicklungen am Bau- und Finanzmarkt: Bauzinsen bleiben ein wichtiges Risikothema, steigende Hypothekenzinsen können Realisierungsquoten belasten. Gleichzeitig hellen sich Lage und Erwartungen in Teilen des Bau- und Wirtschaftsmarktes auf.
Für 2027 werden zusätzliche Impulse durch Arbeitstageeffekte und das Sondervermögen vor allem im öffentlichen Bau erwartet. Der Wohnbau zeigt eine leichte Erholung, die Modernisierung bleibt der wichtigste Stabilitätsanker.
Der Nichtwohnbau bleibt insbesondere im Neubau angespannt; positive Mengenimpulse entstehen jedoch auch hier im Bereich Modernisierung. Insgesamt zeigen die Zahlen keine dynamische Erholung, aber eine Stabilisierung mit vorsichtig positivem Ausblick.
Für den Fenstermarkt zeigt die Studie: Der Gesamtmarkt wächst 2026 auf 13,16 Mio. FE (+2,2 Prozent) und 2027 auf 13,35 Mio. FE (+1,5 Prozent). Der Wohnbau legt 2026 auf 9,33 Mio. FE zu (+2,2 Prozent) und erreicht 2027 9,43 Mio. FE (+1,1 Prozent). Der Neubau stabilisiert sich nach den Rückgängen der Vorjahre: Insgesamt steigt der Neubaubereich von 4,00 Mio. FE im Jahr 2025 auf 4,01 Mio. FE 2026 (+0,2 Prozent) und 4,09 Mio. FE 2027 (+2,1 Prozent).
Die Modernisierung bleibt mit 9,15 Mio. FE 2026 (+3,0 Prozent) und 9,26 Mio. FE 2027 (+1,2 Prozent) das mengenmäßig wichtigste Marktsegment. Im Nichtwohnbau zeigt sich ein differenziertes Bild: Der Neubau bleibt 2026 mit einem Rückgang von -2,7 Prozent schwächer, während die Modernisierung im Nichtwohnbau deutlich um 5,3 Prozent zulegt.
Der Außentürenmarkt folgt der positiven Entwicklung: 2026 steigt die Nachfrage auf 1,169 Mio. Stück (+2,5 Prozent); 2027 werden 1,183 Mio. Stück (+1,2 Prozent) erwartet. Im Wohnbau wächst der Markt 2026 auf 924.000 Außentüren (+2,3 Prozent) und 2027 auf 932.000 Außentüren (+0,8 Prozent). Der Neubaubereich erhöht sich insgesamt von 243.000 Stück im Jahr 2025 auf 246.000 Stück 2026 (+1,1 Prozent) und 251.000 Stück 2027 (+2,2 Prozent).
Die Modernisierung bleibt auch hier der größere Marktteil und erreicht 924.000 Stück im Jahr 2026 (+2,8 Prozent) sowie 932.000 Stück im Jahr 2027 (+0,9 Prozent). Der Nichtwohnbau entwickelt sich 2026 mit +3,2 Prozent und 2027 mit +2,6 Prozent stabil; getragen wird dies vor allem von der Modernisierung.
VFF-Geschäftsführer Frank Lange:
"Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Wohnbau wieder stabilisiert und durch steigende Baugenehmigungen neue Impulse erhält. Entscheidend ist jetzt, dass die Politik Planungssicherheit schafft und verlässliche Förderbedingungen für Investoren und private Bauherren erhält. Sorge bereitet uns weiterhin der Nichtwohnbau, insbesondere bei Büro- und Verwaltungsgebäuden. Hier kommt es darauf an, dass die öffentliche Hand stärker in ihre Verwaltungsgebäude, Schulen, Kliniken und Krankenhäuser investiert und Sanierungen konsequent angeht. Gleichzeitig bleiben geopolitische Risiken, mögliche Energiepreissteigerungen, höhere Produktkosten, Inflation und steigende Zinsen Unsicherheitsfaktoren, die den derzeit vorsichtig positiven Marktausblick wieder eintrüben könnten".
BF-Geschäftsführer Jochen Grönegräs:
"Die leichte Erholung ist ein wichtiges Signal, aber von einem wirklichen Auf-schwung sind wir noch weit entfernt. Für die Flachglasbranche bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Umso wichtiger ist, dass die Modernisierung inzwischen wieder stärker zum Tragen kommt. Gerade im Gebäudebestand liegt ein enormes Potenzial. Die Sanierung ist deshalb nicht nur klimapolitisch, sondern auch industriepolitisch eine große Chance."
FVSB-Geschäftsführer Stephan Schmidt:
"Die erfreuliche Verbesserung bei den Außentüren sowohl im Neubau als auch in der Sanierung zeigen deutlich den Bedarf im Wohnbau, der aber noch nicht annährend gedeckt ist. Hierfür müssen mehrere Faktoren erfüllt werden, allen voran eine Bürokratieentlastung. Ohne diese wird Bauen zu-nehmend noch teurer als es ohnehin schon ist."
pro-K-Geschäftsführer Sven Weihe:
"Die Stellschrauben zum Ankurbeln des Wohnungsbaus liegen auf der Hand, etwa die Reduktion von Baukosten durch den Verzicht auf Überstandards, beschleunigte, weil konsequent digitalisierte Genehmigungsprozesse sowie eine schnellere Bereitstellung von Bauland. Werden diese Punkte endlich umgesetzt, dürfte sich der Fenster- und Außentürenmarkt weiter stabilisieren."
Der aktuelle Fenster- und Außentürenmarktbericht mit allen Detailanalysen und Auswertungen erscheint Mitte Oktober 2026. Eine aktualisierte Einschätzung zum Markt 2026 sowie eine weitere Prognose für 2027 wird auf Basis der Konjunkturentwicklung, der Zins- und Inflationslage sowie ordnungs- und förderpolitischer Maßnahmen in der nächsten VFF-Fachtagung "Statistik & Markt" am 27. April 2027 vorgestellt.
In Deutschland gibt es laut einer Studie des VFF aus dem Jahr 2023 rund 5.880 Fensterbaubetriebe mit etwa 38.800 Beschäftigten. Die Unternehmen erwirtschaften danach pro Jahr etwa 9,02 Milliarden Euro. Dazu kommen noch die vielen Betriebe und Mitarbeiter der Zulieferindustrie aus den Bereichen Schlösser und Beschläge, Kunststoff- und Metallprofile, Holz, Glas, Dichtungen sowie weiteres Zubehör.
Inklusive aller wesentlichen vor- und nachgelagerten Industriezweige arbeiten rund 300.000 Mitarbeiter in rund 58.000 Betrieben in der deutschen Fenster- und Fassadenbranche. Sie erwirtschaften pro Jahr insgesamt rund 34 Milliarden Euro.
Weitere Informationen: www.window.de
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