Der Bauelemente-Hersteller Höhbauer aus Luhe-Wildenau befindet sich seit dem 22. September in einem vorläufigen Insolvenzverfahren.

Der Bauelemente-Hersteller Höhbauer aus Luhe-Wildenau befindet sich seit dem 22. September in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. (Foto: © Höhbauer)

Höhbauer: Insolvenzverwalter startet Investorensuche

Mögliche Interessenten werden vom vorläufigen Insolvenzverwalter ermittelt und aktiv angesprochen.

Beim insolventen Bauelemente-Hersteller Höhbauer GmbH mit Sitz in Luhe-Wildenau hat die Suche nach einem Investor begonnen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun hat dazu einen sog. "strukturierten Investorenprozess" gestartet. Dabei werden mögliche Interessenten ermittelt und aktiv angesprochen.

Nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung erhalten sie Einblick in Unternehmenszahlen und -daten und können auf dieser Grundlage erste Angebote abgeben. "Höhbauer verfügt über eine hochqualifizierte Belegschaft, hervorragendes Fertigungs-Know-how und ist in der Region sehr stark positioniert", betont Böhm in seiner jüngsten Mitteilung vom 13. Oktober 2026. "Das macht eine Übernahme für potenzielle Investoren interessant."

Offene Aufträge geprüft

Der Geschäftsbetrieb läuft unterdessen weiter. Im Vordergrund steht derzeit die Abwicklung der offenen Kundenaufträge. In den letzten beiden Wochen hat Böhm sich mit seinem Team einen Überblick über den Auftragsbestand verschafft und nach Lösungen für die rund 800 betroffenen Kunden gesucht. "Vor allem Kunden, die Anzahlungen geleistet haben, droht in der Regel ein Totalausfall", so der vorläufige Insolvenzverwalter. "Wir haben deshalb bei jedem einzelnen Auftrag überprüft, ob eine Ausführung trotzdem wirtschaftlich und insolvenzrechtlich möglich ist."

Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun agiert beim Bauelemente-Hersteller Höhbauer als vorläufiger Insolvenzverwalter. Foto: © Schulze & BraunVolker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun agiert beim Bauelemente-Hersteller Höhbauer als vorläufiger Insolvenzverwalter. Foto: © Schulze & Braun

Im Ergebnis können nahezu alle der vor Insolvenzantrag erteilten und angezahlten Aufträge ausgeführt werden. In der Mehrzahl der Fälle kann die Auslieferung der bestellten Fenster kostenneutral erfolgen. In den übrigen Fällen müssen die Kunden eine im Verhältnis zur Auftragssumme moderate neue Zahlung leisten. Dies hängt jeweils von der Höhe der Anzahlung und dem Fertigstellungsstand des jeweiligen Auftrags ab. Die betroffenen Kunden wurden inzwischen informiert oder haben individuelle Angebote erhalten.

Übrig bleiben insgesamt nur zehn Fälle, in denen eine Fertigstellung nicht möglich ist. "Für die betroffenen Kunden ist das bitter, aber das Insolvenzrecht erlaubt hier keine andere Option", so der vorläufige Insolvenzverwalter. "In diesen Fällen wäre eine Fertigstellung zum wirtschaftlichen Nachteil der Insolvenzmasse und damit der Gläubigergesamtheit, und das lässt die Insolvenzordnung nicht zu."

Böhm hob in diesem Zusammenhang das Engagement der Höhbauer-Beschäftigten hervor: "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen die Kunden und uns mit hohem Einsatz dabei, jeden einzelnen Auftrag zu klären und nach Möglichkeit zu erfüllen", so der vorläufige Insolvenzverwalter.

Vorläufiges Insolvenzverfahren läuft seit 22. September 2026

Die Höhbauer GmbH fertigt und vertreibt Fenster und Türsysteme aus Holz, Aluminium und Kunststoff sowie Wintergärten. Wie viele Unternehmen der Branche steht auch die Höhbauer GmbH wirtschaftlich unter Druck. Aufgrund gestiegener Preise für Energie, Material und Personal sowie höherer Zinsen ist die Nachfrage nach Neubau- und Sanierungsprojekten deutlich gesunken.

Nachdem infolge von Umsatzrückgängen die langfristige Finanzierung des Unternehmens nicht mehr gesichert war, hat die Geschäftsführung Insolvenzantrag gestellt und befindet sich seit dem 22. September 2026 in einem vorläufigen Insolvenzverfahren.


Weitere Informationen: www.hoehbauer.com