Bei Gebäuden mit kontrollierter natürlicher Lüftung werden die Fenster automatisch geöffnet, um die Innenräume mit Frischluft zu versorgen.

Bei Gebäuden mit kontrollierter natürlicher Lüftung werden die Fenster automatisch geöffnet, um die Innenräume mit Frischluft zu versorgen. (Foto: © EBSA Pty Ltd.)

VFE-Whitepaper zur Fensterlüftung in Schulen

FASSADE - Aktuell

Oktober 2021

Eine wissenschaftliche Stellungnahme belegt die Potenziale der Schullüftung mit automatisierten Fenstern.

Die Corona-Pandemie und die zu deren Bekämpfung ergriffenen Maßnahmen bestimmen in Deutschland nach wie vor nahezu alle Lebens- und Arbeitsbereiche der Gesellschaft.

Das gilt auch für die Universitäten und Schulen. Hier kommt es mehr denn je darauf an, eine angemessene Lüftung in den Unterrichtsräumen zu gewährleisten, die dem Gesundheitsschutz der Lernenden und Lehrkräfte Rechnung trägt und zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beiträgt.

Um die Entscheidungsträger und Planer bei der Auswahl und Umsetzung wissenschaftlich fundierter Lüftungskonzepte für Bildungsstätten zu unterstützen, hat der Verband Fensterautomation und Entrauchung e. V. (VFE) beim Institut für Technische Gebäudeausrüstung in Dresden (ITG) eine wissenschaftliche Stellungnahme in Auftrag gegeben, die die Möglichkeiten und das Potenzial der Schullüftung mit automatisierter und manueller Fensterlüftung detailliert beleuchtet. Im Fokus der ITG-Untersuchung: die Minimierung der Raumluftbelastung mit krankheitserregenden Viren wie z. B. SARS-CoV-2.

Wirksames Eindämmen des Infektionsgeschens

Die Stellungnahme des ITG zeigt, dass insbesondere die kontrollierte natürliche Lüftung (KNL), bei der elektromotorisch angetriebene Fenster in Abhängigkeit thermischer, lufthygienischer und energetischer Zielstellungen unabhängig von den Raumnutzern "intelligent" geöffnet und geschlossen werden, eine wesentliche Maßnahme zur wirksamen Eindämmung des Infektionsgeschehens bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Lehrbetriebes mit Präsenzunterricht darstellt.

Die besonderen Vorteile der KNL-Anlagen: zum einen die deutlich geringeren Investitions- sowie Betriebskosten als beim Einsatz von Lüftungs- oder Klimaanlagen.

Und zum anderen die energetisch nachhaltige und nutzerunabhängige Sensorsteuerung der Systeme, die eine zuverlässige Reduzierung der mit SARS-CoV-2-Viren kontaminierten Aerosole in der Raumluft ermöglicht und gleichzeitig zu allen Jahreszeiten eine ausreichende Frischluftversorgung gewährleistet, was sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit auswirkt.

Im Fokus der Öffentlichkeit

Whitepaper: Wissenschaftlich belegt – effiziente Raumlüftung in Schulen per automatisierter Fensterlüftung. Foto: © Verband Fensterautomation und Entrauchung e. V.Whitepaper: Wissenschaftlich belegt – effiziente Raumlüftung in Schulen per automatisierter Fensterlüftung. Foto: © Verband Fensterautomation und Entrauchung e. V.

Anders als eine Tröpfchen-Infektion – die mit Händewaschen, Abstand halten und einer Mund-Nasen-Bedeckung vermieden werden kann – können Aerosole, die mit SARS-CoV-2-Viren kontaminiert sind, durch ihr deutlich geringeres Gewicht länger in der Luft schweben und sich dabei in geschlossenen, nicht oder nur unzureichend durchlüfteten Räumen wie einem Klassenzimmer verteilen. Die Anwesenden sind damit den potenziellen Krankheitserregern ausgesetzt.

In Deutschland werden rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Klassenräumen unterrichtet – in der Regel ohne ein Konzept zum nutzerunabhängigen Luftaustausch. Daher steht nach Beginn des neuen Schuljahres die Frage der angemessenen Lüftung mehr denn je im Fokus der Öffentlichkeit.

Ergebnisse stehen als Download zur Verfügung

Renommierte Aerosolforscher und Ingenieure fordern heute weltweit von der Politik einen Paradigmenwechsel beim Thema Raumlüftung, um Covid-19 und andere über die Luft übertragene Krankheitserreger zu bekämpfen: Ab sofort sollen Planer, Architekten und Bauingenieure schon bei der Gebäudeplanung Pathogene und deren Verbreitung mit einbeziehen, berichtet der Verband Fensterautomation und Entrauchung.

Die zusammengefassten Ergebnisse des ITG stehen als Whitepaper auf der VFE-Website kostenlos zum Download zur Verfügung. Darüber hinaus finden sich dort weitere Informationen zum Thema KNL allgemein und in Zusammenhang mit SARS-CoV-2-kontaminierten Aerosolen in Innenräumen. Auch sie können von der Website heruntergeladen werden.

Über den VFE

Der Verband Fensterautomation und Entrauchung e.V. (VFE), mit Sitz in Frankfurt am Main, wurde 2016 gegründet. Er ist ein Zusammenschluss aus renommierten Fachunternehmen, die sich auf Fensterautomation und Entrauchung, insbesondere die kontrollierte natürliche Lüftung (KNL) und den natürlichen Rauchabzug (NRA) über elektromotorisch oder pneumatisch betätigte Fenster in der Fassade und in Dächern, spezialisiert haben.

Der VFE verfolgt das Ziel, die spezifischen Vorteile, Einsatzmöglichkeiten und Funktionsweise der kontrollierten natürlichen Lüftung und Entrauchung über Fenster zu vermitteln mit dem Ziel, die Luftqualität und den vorbeugenden Brandschutz in Gebäuden zu optimieren.

Aktuelle Informationen

Über eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit soll der Wissensstand über die Vorteile der natürlichen Lüftungs- und Entrauchungsart gegenüber oder unterstützend zu ventilatorgestützten Systemen hervorgehoben werden. Die wissenschaftlichen Grundlagen und Daten dafür schafft der VFE durch enge Zusammenarbeit und gemeinsame Forschungsprojekte mit Hochschulen, Prüfinstituten und Normungsinstitutionen.

Auch die fachliche Unterstützung von berufsspezifischen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gehört zum Aufgabenspektrum des VFE. Auf der Online-Plattform des VFE "Zentrum für Luft" finden Planer, Architekten und Bauherren aktuelle Informationen rund um die Themen kontrollierte natürliche Lüftung und Entrauchung – auch als Broschüren und Whitepaper zum Download.

Fakten und Hintergründe zu Techniken, Anwendungen und Services sowie von VFE-Mitgliedern und -Kooperationspartnern erfolgreich umgesetzte Projekte als "Best Practice"-Beispiele runden das Angebot ab.

Weitere Informationen: www.zentrum-fuer-luft.de

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