Die 50. Rosenheimer Fenstertage am 11. und 12. Oktober 2023 stehen unter den Motto "klima.sicher.bauen".

Die 50. Rosenheimer Fenstertage am 11. und 12. Oktober 2023 stehen unter den Motto "klima.sicher.bauen". (Foto: © ift Rosenheim)

Rosenheimer Fenstertage feiern im Oktober Jubiläum

Der Klimawandel bleibt die wichtigste Herausforderung unserer Zeit, denn bis 2030 müssen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Daher stehen die 50. Rosenheimer Fenstertage vom 11. bis 12. Oktober 2023 unter dem Motto "klima.sicher.bauen".

Deshalb ist eine CO2-Reduktion im Gebäudebestand durch bessere Gebäudedämmung und Heiztechnik "alternativlos", auch wenn Kostensteigerungen, Fachkräftemangel und rückläufige Neubauzahlen dringlicher erscheinen. Zusätzlich müssen wir uns der Realität zunehmender Klimaextreme stellen. Relevant für unsere Branche sind vor allem Tornados, Überschwemmungen sowie Hitzewellen, die noch stiefmütterlich vernachlässigt werden, obwohl diese gemäß einer RKI-Studie bis zu 10.000 Hitzetote fordern.

Deshalb stehen die 50. Rosenheimer Fenstertage vom 11. bis 12. Oktober 2023 unter dem Motto "klima.sicher.bauen". Dieser Themenschwerpunkt wird ergänzt durch Praxistipps, beispielsweise Nachweisen für Nachhaltigkeit, Glasbemessung und sommerlicher Wärmeschutz der neuen DIN 4108-2 sowie Schall-Nachweise oder die Handhabung von "Vogelschlag" auf Glasflächen. Der bayerische Festabend am Mittwoch bietet optimale Gelegenheiten zum Austausch sowie Überraschungen zum 50jährigen Jubiläum.

"Nie war er so wertvoll wie heute", mit diesem Slogan wurde viele Jahrzehnte für Klosterfrau Melissengeist geworben. Dieser Anspruch gilt auch für die Rosenheimer Fenstertage, die seit 1972 relevante Neuigkeiten aus Normung, Technik und Wissenschaft präsentieren, damit die Entscheider der Fenster-, Fassaden- und Glasbranche die notwendigen Informationen für die eigene Planung erhalten. Gerade in Zeiten von Fake-News, Informationsflut und konträren politischen Aussagen sind verlässliche Informationen aus erster Hand besonders wertvoll.

Bewegte Zeiten

Es sind definitiv bewegte Zeiten, denn der Fachkräftemangel, Inflation, rückläufige Neubauzahlen sowie die widersprüchlichen Pläne der Regierung zur energetischen Optimierung des Gebäudebestands (inkl. der Förderregeln) sind für die Entscheider der Fenster-, Fassaden- und Glasbranche wie ein Blick in die "Glaskugel". Dabei sind die Zukunftsaussichten grundsätzlich positiv, weil die energetische Sanierung und der große Wohnungsbedarf der Branche auf Jahre hin volle Auftragsbücher bescheren könnten.

Als neue Herausforderung kommt allerdings noch die Anpassung der Gebäude auf die zunehmenden Klimaextreme wie Tornados, Überschwemmungen sowie Hitzewellen hinzu. Dies ist bei Politik und Gesellschaft aber als dringliches Problem noch nicht präsent genug, obwohl eine RKI-Studie [1] deutlich zeigt, dass eine Hitzewelle bis zu 10.000 Hitzetote fordert.

Deshalb stehen die 50. Rosenheimer Fenstertage vom 11. bis 12. Oktober 2023 unter dem Motto "Klima.sicher.bauen", dass Institutsleiter Prof. Jörn Peter Lass im Plenumsvortrag "Klimasicher bauen für die Zukunft – Anforderungen und Bewertungsmethoden für nachhaltige und klimaresiliente Bauprodukte" detailliert erläutert. Als weitere Plenumsvorträge stehen Martin Langen (B+L Langen Marktdaten) mit dem Thema "Wann kommt die Renovierungswelle im Fenstermarkt an? Prognosen zum Neubau- und Renovierungsmarkt 2024", "Die Welt nach 2030 – Ein Ausblick auf Leben, Wohnen und Arbeiten auf Basis der aktuellen Zukunftsforschung" von Matthias Horx (Zukunftsinstitut GmbH) sowie "Empfehlungen zur Gestaltung von Fenster- und Fassadenbauverträgen" von Prof. Christian Niemöller (SMNG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH) auf dem Programm.

Konsequenzen für die Branche

Am Mittwoch zeigt der Block "klima.sicher.bauen" wie Fenster und Türen klimaresilienter werden und besser gegen Starkregen, Hochwasser, Hagelschutz und Hurrikans schützen (Robert Krippahl, ift Rosenheim) und welche Chancen zur schnelleren und kostengünstigen energetischen Optimierung im "Seriellen Bauen" liegen (Sophia Oberhuber, Energiesprong, powered by dena). In der nachfolgenden Diskussionsrunde werden unter der Moderation von Olaf Vögele (4mediatechnologies UG) die Konsequenzen für die Branche aufgezeigt.

Im zweiten Block "Baupraxis +Bauphysik" beschreibt Prof. Dr. Harald Krause (TH Rosenheim) wie das Zusammenspiel von Anlagentechnik und Gebäudehülle aussehen sollte, um einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Florian Stich (GROPYUS Technologies GmbH) erläutert was zu tun ist, um das Qualitätssiegel nachhaltige Gebäude und damit eine optimale BEG-Förderung zu erreichen. Dr.-Ing. Stephan Schlitzberger (Ingenieurbüro Prof. Dr. Hauser GmbH) präsentiert die Überarbeitung der DIN 4108-2 "Sommerlicher Wärmeschutz", in der die geänderten Anforderungen durch den Klimawandel berücksichtigt werden.

Am Donnerstag stehen dann vier Sessions auf dem Programm. Im Block "Serielles Bauen" werden am Beispiel des neuen Hochhaus-Ensembles "Four" in Frankfurt die Potenziale des seriellen Bauens in Bezug auf Nachhaltigkeit, Schnelligkeit und Kosten aus Sicht des Bauherren, Planers und Ausführenden beschrieben.

Energetische Optimierung von Fenstern im Bestand

Im Block "Glas, Fenster und Fassade" erklärt Michael Elstner (Bundesverband Flachglas BF) welche Lösungsansätze es zum Problem des Vogelschlags bei größeren Glasfassaden gibt. Dr. Joachim Hessinger (ift Rosenheim) informiert über neue Entwicklungen der Nachweisverfahren beim Schallschutz von Gebäuden.

Im Block "Architektur und Technik" präsentiert Wolfgang Frey (Frey Architekten) die "Porsche City" in Korntal-Münchingen als innovatives und nachhaltiges Zukunftsprojekt. Martin Heßler (ift Rosenheim) gibt einen praxisbezogenen Überblick über die technischen Anforderungen und Lösungen bei dem wichtigen Thema der energetischen Optimierung von Fenstern im Bestand.

Im Block "Markt und Technik" stellt Dr. Julia Bachinger (Holzforschung Austria, HFA) Zukunftsfenster mit Vakuumglas vor und im "Berliner Talk" diskutieren Frank Lange (VFF), Thomas Drinkuth (Repräsentanz Transparente Gebäudehülle, RTG) und Jochen Grönegräs (Bundesverband Flachglas, BF) aktuelle Themen aus der Politik und deren Auswirkungen auf die Branche.

Austausch mit den ift-Experten

Der Power-Workshop für Fensterbauer am Dienstagnachmittag (10.10.2023) bietet wertvolle Praxistipps zur einfachen und rechtssicheren Glasdimensionierung mittels einer geprüften Typenstatik (Norbert Sack, ift Rosenheim), zum Baukörperanschluss bodentiefer Fenster- und Türelemente (Torsten Neuenhöfer, Ingenieurbüro Klaus Hafer), Kenngrößen und Nachweise für Nachhaltigkeit (Christoph Seehauser, ift Rosenheim) und Entscheidungskriterien zum Austausch oder Nachrüstung von Fenstern bei der energetischen Gebäudesanierung (Torsten Voigt, ift Rosenheim).

Interessantes gibt es am Donnerstagnachmittag (12.10.2023) noch bei der Besichtigung der ift-Labore Bauakustik und Fassaden und dem Technologiezentrum. Neben den Vorträgen gibt es genügend Zeit, Raum und das passende Ambiente für den Austausch der Gäste untereinander oder mit den ift-Experten im beliebten Meeting Point.


Weitere Informationen: Das vollständige Programm sowie die Anmeldemöglichkeit finden sich unter www.fenstertage.de.

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