Im Notfall ermöglicht SecuKit das manuelle Hochziehen des Rollladens per Gurt. Über diese simple Funktionsweise hat man auch in einer Paniksituation die volle Kontrolle.

Im Notfall ermöglicht SecuKit das manuelle Hochziehen des Rollladens per Gurt. Über diese simple Funktionsweise hat man auch in einer Paniksituation die volle Kontrolle. (Foto: © Beck+Heun)

Lösungen für Sonnenschutzprodukte in Rettungswegen

RTS Magazin - Aktuell

September 2019

Architekten und Planer sind zunehmend in der Pflicht, Flucht- und Rettungswege sicherzustellen. Entsprechende technische Lösungen für Fenster und Türen müssen den Anforderungen der Brandschutzbeauftragten und genehmigenden Behörden genügen.

Sind diese mit einer elektrisch betriebenen Beschattung ausgestattet, darf sie im Falle eines Brandes, bei Stromausfall oder in Paniksituationen nicht zum Hindernis werden. Es muss stets die Möglichkeit gegeben sein, ins Freie zu gelangen oder sich bei den Rettungskräften bemerkbar zu machen.

Beck+Heun erfüllt diese Anforderungen an Sonnenschutzprodukte in Rettungswegen – mit insgesamt sechs Lösungen für Rollladen- und Raffstoreantriebe. Zum Beispiel bietet der Rollladenkastenhersteller Motoren mit Zusatzhandkurbel oder einen den Motor ergänzenden Gurtantrieb an.

Auch Notfallpanzer mit Sollbruchstelle sind erhältlich. Komplettiert wird das Angebot von akkugestützten Lösungen, einem Notstrom-Kit sowie einem Notraff-Set.

Die Varianten

Die Gurtlösung „SecuKit“ für Rollläden und Zip-Vorbaumarkisen ist eine zusätzliche mechanische Bedienung durch einen Gurt, womit der tiefgefahrene Rollladen oder die Zip-Anlage zum Beispiel bei Stromausfall, unabhängig von seiner Position, hochgefahren werden kann.

Die Zusatzhandkurbel für den Notbetrieb, umgangssprachlich auch Nothandkurbel genannt, bietet eine mechanische Alternative zum Öffnen eines elektrisch betriebenen Rollladens oder Raffstores.

Bei dem Rollladenpanzer mit Sollbruchstelle enthält der Kunststoff-Rollladenbehang enthält speziell bearbeitete Rollladenstäbe. Diese werden durch gezielten Druck von innen getrennt. Ein Hinweisschild zeigt den Druckpunkt an. Durch den entstandenen Spalt lässt sich der Behang nach außen entfernen und gibt somit die Fensteröffnung frei.

Notstrom-Kit für Raffstoren

Der Motor mit Akkupufferung ist eine besonders komfortable Lösung zur Sicherstellung eines Rettungsweges. Er funktioniert entweder per Tastendruck oder, wenn er an den Rauchmelder angeschlossen ist, vollkommen autark. Foto: © Warema
Der Motor mit Akkupufferung ist eine besonders komfortable Lösung zur Sicherstellung eines Rettungsweges. Er funktioniert entweder per Tastendruck oder, wenn er an den Rauchmelder angeschlossen ist, vollkommen autark. Foto: © Warema

Die akkugepufferte Lösung für Rollläden und Raffstoren besteht aus einem 12 Volt-Gleichstromantrieb, einem Fluchtwegmodul und einem Akkupack. Das Modul überwacht die Akkuladung. Kommt es zum Stromausfall, bleibt der Antrieb über den Akku einsatzfähig. Das Modul und der Akku werden hinter dem Schalter in einer großen, doppelten Unterputz- oder Hohlwanddose verbaut.

Das Notstrom-Kit für Raffstoren besteht aus einer unterbrechungsfreien Stromversorgung sowie einer Motor-Steuereinheit und führt eine ständige Funktionsprüfung durch. Im Notfall können hiermit bis zu drei Sonnenschutzbehänge mit 230 Volt-Antrieben bedient werden.

TÜV zertifiziertes Notraff-Set

Das unter Berücksichtigung der DIN 18650 speziell für Raffstoren konzipierte und vom TÜV zertifizierte Notraff-Set wird entweder manuell über einen Taster oder automatisch über die Brandmeldezentrale ausgelöst. Es zeichnet sich durch eine Öffnungsgeschwindigkeit von nur circa zwei Sekunden aus.

Das Notraff-Set besteht aus einem Zusatzantrieb mit separater Zuleitung im Oberkasten des Raffstores sowie einer akkugestützten Steuerung. Um dauerhafte Sicherheit zu gewährleisten, prüft die intelligente Steuerung alle angeschlossenen Komponenten, wie den Motor und den Akku, einmal täglich auf deren Funktionsfähigkeit.

Definition Flucht- und Rettungswege

In Paragraph 33 der Musterbauordnung (MBO) und den jeweiligen Landesbauordnungen (LBO) werden für jede Art von Nutzungseinheit mit Aufenthaltsraum mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege gefordert – für jedes Geschoss. Als Beispiele hierfür werden Wohnungen, Praxen oder selbstständige Betriebsstätten genannt.

Davon muss mindestens ein Rettungsweg den Regelungen des ersten Fluchtweges entsprechen. Hierbei handelt es sich um einen Verkehrsweg, der es ermöglicht, einen Gefährdungsbereich schnell zu verlassen. Er führt entweder ins Freie oder in einen gesicherten Bereich des Gebäudes.

Der zweite Rettungsweg ermöglicht ein Entfernen von der Gefahrenstelle, wenn eine Flucht über den ersten Rettungsweg nicht möglich ist. Hierbei kann es sich um ein Fenster oder eine Fenstertür handeln. Er ist nicht so streng reglementiert wie der Flucht- und gleichzeitig erste Rettungsweg.

Empfehlung zur Verschattung

Bundesweit existieren bislang keine einheitlichen Regelungen für die Verschattung von Flucht- und Rettungswegen. Dem entgegen steht ein vielzähliges und unübersichtliches Angebot an Lösungsmöglichkeiten für Rettungswege mit Sonnenschutz.

Dies allein stellt schon eine Herausforderung für Architekten und Planer dar. Sie müssen zudem die gegebene Einbausituation, ästhetische Aspekte und die intuitive Bedienung der Rettungsweg-Lösung für den späteren Nutzer berücksichtigen. Beck+Heun empfiehlt daher, die Auswahl in Absprache mit der zuständigen Stelle zu treffen und sich das gewählte System von dieser freigeben zu lassen.

www.beck-heun.de

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