Mit der Lösung lassen sich unter anderem Markisen nahezu wärmebrückenfrei, sicher und montagefreundlich durch WDVS in Untergründen aus Holz verankern.

Mit der Lösung lassen sich unter anderem Markisen nahezu wärmebrückenfrei, sicher und montagefreundlich durch WDVS in Untergründen aus Holz verankern. (Foto: © Fischer)

Abstandsmontage mit System

Fischer hat eine innovative, patentierte Lösung entwickelt, mit der sich Markisen nahezu wärmebrückenfrei und montagefreundlich durch Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) in Untergründen aus Holz verankern lassen.

Das System besteht aus einer neuen Adapterplatte und einer ausgeklügelten Anordnung der Fischer Power-Fast Schrauben.

Der Anteil an genehmigten Wohngebäuden in Holzbauweise nimmt stetig zu. Laut Statistischem Bundesamt lag die bundesweite Quote 2017 bereits bei 17,7 Prozent. Dies entspricht 21.074 von insgesamt 119.060 genehmigten Wohngebäuden in Holzbauweise.

Auch der Befestigungsuntergrund hinter einem WDVS besteht immer häufiger aus dem Werkstoff. Seien es Holzständer oder -riegel in Holztafel- und Fertighäusern oder Brettsperrholzwände. Hierzu gab es bislang für die Befestigung kein zugelassenes System.

Die Lösung

Der Hauptvorteil des Systems liegt in der sehr einfachen, schnellen und minimal-invasiven Montage. Foto: © FischerDer Hauptvorteil des Systems liegt in der sehr einfachen, schnellen und minimal-invasiven Montage. Foto: © Fischer

Um das Problem zu umgehen, wurden bisher Blöcke aus dem WDVS ausgeschnitten und die Aussparung mit einem Holzklotz aufgefüllt oder Distanzhülsen innerhalb von Bohrungen in der Dämmebene eingebracht.

Beide Vorgehensweisen bedeuten einen hohen Montageaufwand und einen erheblichen Eingriff in das WDVS, insbesondere hinsichtlich der Dichtigkeit der Fassade. Fischer hat für dieses Befestigungsproblem eine patentierte, sehr einfach zu montierende und leistungsstarke Lösung entwickelt.

Das Kernstück des Systems ist eine Adapterplatte aus Aluminium, Stahl oder nicht rostendem Stahl. Diese wird zwischen das eigentliche Anschlussteil, wie zum Beispiel eine Markisenkonsole, und der Putzschicht des WDVS eingebracht. Die Adapterplatte nimmt die Fischer Holzbauschrauben auf, welche ohne Vorbohren durch Putz und Dämmung direkt in das tragende Holzbauelement, wie zum Beispiel Ständer, Riegel oder Brettersperrholzwand, gedreht werden können.

Montage dauert nur wenige Minuten

Angewandt werden hierfür die Fischer Power-Fast Schrauben mit acht und zehn Millimeter Durchmesser und Senkkopf sowie meist aus nichtrostendem Stahl (A2). Der Verarbeiter dreht die Schrauben oben und unten horizontal ein. Weitere werden schräg eingebracht, wobei der Winkel in der Regel 45 oder 60 Grad zur Wandoberfläche beträgt.

Das Anbauteil lässt sich dann mit mindestens zwei metrischen Schrauben fest mit der Adapterplatte verbinden. Die Platte verfügt dafür über passende Innengewinde. Somit werden die Senkköpfe der Schrauben zwischen den Ansenkungen in der Adapterplatte und der Rückseite des Anbauteils fest eingespannt. Der Montagegegenstand lässt sich also nicht mehr verschieben.

So können auch die Druckkräfte direkt auf die Power-Fast-Schrauben übertragen werden, statt auf Dämmung und Putz einzuwirken. Abschließend wird das System mit dem Fischer Dichtkleber KD noch abgedichtet. Die Montage dauert nur wenige Minuten.

Puffer zum Putz hin

Zur Markisenbefestigung gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten der Schraubenanordnung. Einmal kreuzen sich die schrägen Schrauben miteinander in Dämmung oder Holzbauteil, das andere Mal mit den horizontalen Schrauben. Foto: © FischerZur Markisenbefestigung gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten der Schraubenanordnung. Einmal kreuzen sich die schrägen Schrauben miteinander in Dämmung oder Holzbauteil, das andere Mal mit den horizontalen Schrauben. Foto: © Fischer

Eine circa fünf Millimeter dicke Gummiplatte hinter der Adapterplatte gewährleistet beim Eindrehen der Schrauben einen gewissen Puffer zum Putz hin. So wird dieser bei zu schnellem Einschrauben nicht eingedrückt oder beschädigt. Außerdem ist die dazwischenliegende Schichtstärke für das abschließende Abdichten mittels Dichtkleber zum Putz hin wichtig.

Sie ermöglicht eine gewisse vertikale Verformung – soweit diese sich bei der auf Zug beanspruchten, sehr steifen und tragfähigen Schraubenverbindung überhaupt einstellt. Dadurch wird die Fuge nicht direkt auf Abscheren beansprucht. So wird vermieden, dass sie bei der geringsten Querkraftverformung abreißt.

Die Schraubenanordnung

Bei der Montage von Markisen müssen sowohl Quer- und Zugkräfte als auch ein Kippmoment übertragen werden, das gerade bei der ausgefahrenen Beschattungsvorrichtung stark einwirkt. Dies gelingt durch die besondere Schraubenanordnung.

Dabei werden die Holzbauschrauben oben und unten horizontal eingebracht. Weitere werden schräg eingedreht. So übernehmen die Schrauben gemeinschaftlich die Zug- und Druckkraft sowie die Querlasten, die beispielsweise aus Eigengewicht und Unterwinden einwirken.

Erfolgt die Montage auf Holzriegeln oder auf Brettsperrholzwänden, kann die Schraubenanordnung in der Breite nahezu beliebig erweitert und somit die Tragfähigkeit des Anschlusses gesteigert werden. Für die Bemessung der Schrauben auf Druck wurde die ETA-11/0027 der Fischer Power-Fast Schrauben erweitert.

Holzschraubenverbindung komplett nach ETA bemessen

Diese Schraubenanordnung benötigt etwas mehr Anschlusshöhe, dafür aber geringere Ständerbreiten bei Befestigungen an Holzständern. Foto: © FischerDiese Schraubenanordnung benötigt etwas mehr Anschlusshöhe, dafür aber geringere Ständerbreiten bei Befestigungen an Holzständern. Foto: © Fischer

Durch die Einspannung des Schraubenkopfes ließ sich die Knicklänge der Schrauben reduzieren und somit die Drucktragfähigkeit für diese Anwendung um bis zu 133 Prozent gegenüber bislang vergleichbaren Vollgewindeschrauben nach ETA erhöhen. Die Holzschraubenverbindung kann komplett nach ETA bemessen werden.

Die Schrauben dürfen dabei zulassungskonform in Bauteilen aus Vollholz (Nadelholz und Laubholz Eiche, Esche und Buche), aus Brettschichtholz (Nadelholz), aus Brettsperrholz (Nadelholz) und Furnierschichtholz (Nadel- und Laubholz, BauBuche) eingedreht werden. In Laubholz ist gemäß ETA vorzubohren.

Zwei Partnerfirmen

Da Fischer seine Kernkompetenz in den stiftförmigen Befestigungsmitteln sieht, gibt es für die Herstellung und den Vertrieb der Adapterplatten zwei Partnerfirmen: Die Fa. Warema Renkhoff SE vorwiegend bezüglich der Befestigung ihrer Markisen sowie die Fa. Pitzl Metallbau für alle anderen Lösungen, wie beispielsweise die Befestigung von Vordächern, Satellitenschüsseln oder Klimageräten, von französischen Balkonen und Holzverbindern (HVP-Verbindern).

Die Fa. Pitzl vertreibt das Produkt unter dem Namen ISO-Connect. Alle genannten Lösungen müssen mit den Fischer Power-Fast Schrauben ausgeführt werden. Fischer hat durch die Entwicklung dieses Produkts seine Kompetenz für innovative Lösungen auch für den Holzbau weiter ausgebaut.

www.fischer.group