Ein Testfenster wurde in den TMP-Wintergarten eingebaut. Sebastian Koch, Leiter Qualität und Prozessorganisation bei TMP wird jetzt beobachten, wie es dort seinen Zweck erfüllt.

Ein Testfenster wurde in den TMP-Wintergarten eingebaut. Sebastian Koch, Leiter Qualität und Prozessorganisation bei TMP wird jetzt beobachten, wie es dort seinen Zweck erfüllt. (Foto: © TMP Fenster + Türen GmbH)

TMP-Fenster für Vakuum-Forschungsprojekt

TMP Fenster + Türen GmbH in Bad Langensalza stellt Fenster für ein Forschungsprojekt mit Vakuum-Isoliergläsern (VIG) her.

Die extrem gut dämmenden, sehr dünnen Vakuum-Isoliergläser sollen perspektivisch die derzeit am meisten genutzten Zwei- und Dreifachverglasungen bei den Fensterscheiben ergänzen bzw. je nach Anwendung ersetzen.

"Mehrfachverglasungen sind aufgrund ihrer geringen Wärmedurchgangszahlen bei der Energieeinsparung zwar schon sehr effektiv, haben aber den Nachteil, dass sie durch die vielen Glasflächen sehr hohe Gewichte erreichen können", erklärt Sebastian Koch, Leiter Qualität und Prozessorganisation bei TMP.

Vakuumgläser seien hier bei vergleichbaren und oft auch besseren Isoliereigenschaften deutlich leichter. Dabei werde die äußerst geringe Wärmeleitfähigkeit eines künstlich erzeugten fast luftleeren Raumes zwischen zwei Glasscheiben genutzt.

Technische Herausforderung gelöst

Das hier genutzte Vakuum-Isolierglas "Fineo" (AGC Interpane) besteht aus zwei mindestens drei Millimeter dicken Glasscheiben, die jeweils eine hochisolierende Beschichtung erhalten und durch eine Vakuumschicht von 0,1 Millimeter voneinander getrennt sind.

Die größte Besonderheit dabei ist: Der Glasverbund besitzt keine Evakuierungsöffnung und keine Dichtungen, sondern wird im Produktionsprozess anorganisch aufeinander geschmolzen. Da so keine Vakuumverluste auftreten können, bleibt der Wärmedämmwert auch nach Jahrzehnten konstant.

Untersuchung verschiedener Fertigungsmöglichkeiten

Das auf der Sonderschau glass technology live während der glasstec 2018 aufgenommene Bild zeigt sehr gut das Dickenverhältnis von klassischem Dreifach-Isolierglas (li.) und dem Vakuum-Isolierglas Finio von AGC Interpane. Foto: © VössingDas auf der Sonderschau glass technology live während der glasstec 2018 aufgenommene Bild zeigt sehr gut das Dickenverhältnis von klassischem Dreifach-Isolierglas (li.) und dem Vakuum-Isolierglas Finio von AGC Interpane. Foto: © Vössing

Das Projekt gehört zur Förderinitiative "Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt" im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und wird gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik (IWM) und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) sowie weiteren Partnern aus der Industrie sollen hier verschiedene Fertigungsmöglichkeiten untersucht werden.

Der Schwerpunkt für TMP liegt in der praktischen Fertigung von Vakuum-Isolierglas-Fenstern. Nach einer Analyse des Systems wurden zuerst Konzepte und Designs entwickelt. Jetzt wurden die ersten drei Testfenster fertig gestellt. "Es freut mich die Vakuumverglasung im eingebauten Zustand zu sehen. Auf dem Weg dahin gab es einige Herausforderungen die es zu meistern galt. Jetzt können wir unseren Kunden eine der neusten Innovationen aus unserer Branche präsentieren", so Sebastian Koch.

Zunächst auf kleine Scheibendimensionen beschränkt

Das Vorhaben ist zunächst bewusst auf kleine Scheibendimensionen beschränkt, damit eine vernünftige und erreichbare Realisierung im Kostenrahmen erbracht werden kann. Jedoch wird bereits in diesem Stadium eine "Skalierbarkeit" berücksichtigt, welche später in der Praxis als Basis für den Einsatz größerer Scheiben dient.

Das Ziel liege in der Entwicklung eines "normgerechten Fensters", welches den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen dann allgemein der Fensterfertigung zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen:www.tmp-online.de

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